Makrofotografie : Nahlinse im Praxistest

Was also machen? Wenn man sich im Internet etwas auf die Suche begibt, findet der makrointeressierte Fotograf drei Möglichkeiten, kleines groß “zu machen”

1) Ein Makroobjektiv. Klar die beste Wahl, vor allem was die Abbildung und Schärfe betrifft Oft auch mit Bildstabilisator.  Nur leider für den kleinen Geldbeutel zuviel (so um 300€ aufwärts). Wenn man sich kompl der Makrofotografie verschrieben hat eine lohnende Investition, aber für den Gelegenheitsfotografen wie mich z.Z. keine Option

2) Ein sog. Retroadapter. Was ist das denn? Kurz gesagt, der Retroadapter sorgt dafür das das Kit-Objektiv verkehrt herum an die Kamera angeflanscht werden kann. Man erhälzt dadurch super Fotos zu einem vernünftigen Preis (ca 30]. Nachteil: Die Kamera kann gar nichts mehr einstellen – Egal ob Blende, Focus oder Brennweite.  Desweiteren müssen die Motive z.B. mit einer Taschenlampe angeleuchtet werden. Für krabbelnde Tiere also keine Option – Weitere Interessante Informationen über den Retroadapter und dessen Einsatz gibt es auf der Seite von Traumflieger

3) Nahlinsen – Nahlinsen sind nicht anderes als zusätzliche Gläser, die vor das Objektiv geschraubt werden. Auch hier gibt es Unterschiede, im Preis wie auch in der Qualität. Die Nahlinsen von Canon z.B. sollen sehr gut sein, haben aber ihren Preis.  Qualitativ natürlich kein Vergleich zum richtigen Makroobjektiv, aber deutlich besser vereinbarer mit der Haushaltskasse :D

Gut, nach langen hin und her habe ich mich für die günstigen Nahlinsen entschieden. Kurz bei Ebay geschaut und gleich was passendes gefunden, und zwar einmal +2 Dioptrien und einmal +4 Dioptrien. Das ganze vom Hersteller Massa für 5€ Stück (zzgl Versand) mit einem Gewinde von 52mm (damit ich die Teile auf das D40 Kit-Objektiv schrauben kann) Die beiden lassen sich nochmals aufeinanderschrauben und so hat man +6 Dioptrien. Ein nicht zu verschweigener Nachteil der Nahlinsen ist eine sehr geringe Schärfenebene.

Zuerst wollte ich sehen, ob die Vergrößerung überhaupt ins Gewicht fällt. Also ein Motiv gesucht, und nacheinander ohne, +2, +4 und +6 Fotos gemacht. Da ich auf maximale Vergrößerung will, habe ich alle weiteren Fotos mit beiden Nahlinsen (+6) gemacht und hier mal ein direkter Vergleich.

Das erste Bild zeigt die Heuschrecke nur mit Kit-Objektiv, das andere zusätzlich mit beiden Nahlinsen (+6). Interessanterweise verringerte sich auch die Naheinstellgrenze (=Mindestabstand Objektivende – Fotoobjekt, wo der Autofokus noch richtig fokussieren kann) von 12cm (Kit-Linse) auf 6cm (+6 Dioptrien). Beide Bilder sind out-of-the-cam und unbearbeitet (nur Auflösung reduziert und nachgeschärft, da durch die Reduzierung Schärfe verloren geht).
Zusatz : Der Schattenwurf bei dem Nahlinsenbild kommt durch die kürzere Distanz zur Heuschrecke, ein gleichmäßige Ausleuchtung war mit dem Probeaufbau so nicht mehr möglich.

norm
Kitobjektiv – maximale Aufnahmegröße der Heuschrecke bei 55mm Brennweite – Heuschrecke passt noch auf das Bild

plus6
Kitobjektiv mit beiden Nahlinsen – maximale Aufnahmegröße der Heuschrecke bei 55mm Brennweite – Die Heuschrecke passt nicht mehr auf das Bild

Deutlich erkennbar : Mit Nahlinse passt “mehr” Heuschrecke auf das Bild als mit Kit-Objektiv “pur”. Die Schärfe ist in meinen Augen auch ok, eine verschlechterung der Abbildungsleistung ist für meine (ungeschulten) Augen nicht erkennbar.

Fazit : Aus meiner Sicht eine deutliche Empfehlung, so eine Nahlinse sollte in keiner Fototasche fehlen. Man sieht die Welt des Kleinen mit ganz anderen Augen und auch deutlich mehr als sonst.

Zum Abschluss noch zwei Crops vom heutigen Testshooting

plus6-bein
Das Bein der Heuschrecke aus der Nähe

plus6-gewinde
Das Gewinde eines kleinen Schraubhakens

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  1. Dieses Set habe ich mir auch zugelegt, interessante Geschichte, obwohl gerade diese Linsen in Tests immer zerrisen werden (Chromatische Aberration). Habe heute mal damit versucht Tropfenbilder zu machen, hatte leider mit dem Schärfebereich große Probleme.
    Hier ist mein Ergebnis zu sehen…

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