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Projekt MediaCenter PC – (2) – Die Hardware

Mittlerweile nimmt das HTPC-Projekt Gestalt an und die Hardware wurde beschafft. Vor dem Kauf habe ich mich noch ein wenig im Internet schlau gemacht, was so machbar ist bzw. was ich für mein angestrebtes Budget bekomme.

In erster Linie war mir wichtig, das die Hardware mit allen aktuellen Medien/Codecs zurechtkommt und dabei einen geringen Stromhunger hat. Dazu kommt eine nicht wahrnehmbare Lautstärke + ein wohnzimmertaugliches Gehäuse (Größe).
Ausgewählt habe ich nun folgende Komponenten :

  1. Zotac ION ITX B – 113€
    Mini-ITX Mainboard mit Intel Atom 230 CPU und ION Chipsatz – Der Atom ist aus diversen Netbooks ja bestens bekannt, aber nicht grade für seine Performance berühmt. Da aber grade BlueRay bzw HD-Inhalte einiges an Power brauchen, muß diese Rechenleistung woanders bereit gestellt werden, und genau das macht der verbaute Nvidia ION Chipsatz, der aktiv die Videodecodierung übernimmt. Weiterhin hat das Board einen HDMI Ausgang, stellt RAID zur Verfügung (was ich aber nicht nutze) und bietet 3 SATA Ports sowie 10 USB Schnittstellen (4 On Board, 6 über Gehäuse). Der Chipsatz ist komplett passiv gekühlt, was natürlich der Wohnzimmertauglichkeit sehr entgegen kommt. Das ganze in äußerst kompakten Abmaßen (Mini ITX).
  2. JOY-IT RS224 Mini-ITX Gehäuse – 47€
    Ein günstiges Gehäuse mit Klavierlack-Optik an der Front (passend zum TV + Sat Receiver) und eingebauten 150W Netzteil, welches für die ausgewählte Hardware mehr als ausreichend ist. Die Größe kann man durchaus als kompakt bezeichnen : Höhe 9,5cm, Breite 32cm, Tiefe 28,2cm (liegend aufgestellt) – Im Karton befinden sich auch noch 2 stabile Füße, womit sich das Gehäuse hockant á la Bigtower Gehäuse aufstellen lässt. Das Netzteil wird über einen 80er Lüfter gekühlt, ein weiterer Einbauplatz für einen flachen 80x80mm Lüfter ist seitlich vorhanden.Der Powerschalter befindet sich recht kindersicher an der Seite Achtung, der Powerschalter ist kein echter Netzschalter (den gibt es auch nicht hinten am Netzteil). Selbst wenn der Rechner runtergefahren ist, nimmt das Netzteil sich 3w aus der Leitung! Hier schafft aber eine schaltbare Steckdosenleiste Abhilfe.
  3. DDR2 PC800 1GB (2 Stück) – 39€
    DDR2 Speicher eben. Kein High-End, wird hier auch nicht benötigt. 2GB reichen für das Betriebssystem bzw die MediaSoftware, und 2x1GB damit das Board die Rams im schnellen DualChannel Modus ansprechen kann.
  4. LG GH-22NSRBB DVD Multibrenner – 27€
    Blueray wird kommen, aber ich wollte das System erstmal so günstig wie möglich halten, es kommen ja doch ein paar Euros zusammen. Ansonsten ein DVD Brenner, der alles schreiben und lesen kann.
  5. 2,5″ S-ATA HD mit 160GB – vorhanden
    Wurde aus einem ausgedientem, altersschwachem Laptop entnommen. Kommt natürlich dem Energieverbrauch entgegen und lässt sich wirklich (fast) überall einbauen.
  6. Einbauadapter 3,5″ für 2,5″ Festplatten – 3€
    Das Gehäuse bietet einen Einbauplatz für eine 3,5″ Festplatte, daher mussten diese Montagewinkel beschafft werden
  7. WLan USB Stick 54MBit – 8€
    Natürlich darf Internet nicht fehlen. Das ganze in 54MBit (der Router schafft auch nicht mehr) und als USB-Dongle, nicht sichtbar hinten im PC eingesteckt.
  8. Externe 3,5″ USB HD mit 1,5TB Speicher – vorhanden
    Zu viel Speicher für einen Media-PC gibt es nicht. Die externe Version wurde gewählt, damit man die Festplatte auch mal an einem anderen Rechner anschließen bzw auch mal mitnehmen kann
  9. Funktastatur + Maus von Microsoft – 35€
    Klar das hier eine kabellose Variante gekauft wurde. Im Normalfall befinden sich Tastatur+Maus im Schrank, falls aber im Internet gesurft bzw am System gearbeitet wird, muß der Rechner aber jederzeit normal bedienbar sein.
  10. Toshiba MCE Funk-Fernbedienung – 12€
    Mit dieser FB wird der HTPC hauptsächlich bedient. Im Design nicht anders als jede andere TV-FB auch, steuert sie die MediaSoftware (und bei Bedarf Windows).

Unter dem Strich hat mich die pure Hardware 284€ gekostet, ich habe als mein Budgetrahmen eingehalten, was nicht nur mich, sondern auch die Finanzverwaltung im Hause freut 😉

Sparpotenzial gibt es sogar bei meinem knapp kalkuliertem System noch. Je nach dem, was man noch an „Altlasten“ liegen hat, kann man hier und da ein paar Euros einsparen. Das System ist durchaus Updatefähig, 4GB Hauptspeicher kann das auch verwalten, und ein Blueray-Laufwerk schlägt noch einmal mit 99€ zu buche. Das Gehäuse ist reine Geschmackssache, ich finde das Joy-It recht ansprechend, aber natürlich gibt es auch im Mini-ITX Bereich mehr als genug Auswahl.

Natürlich eignen sich auch ausgediente PCs als MediaPC / HTPC. Man muss sich dann aber mit grobschlächtiger Optik abfinden und mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einige Euros in die Geräuschdämmung investieren bzw die alten Lüfter gegen low Noise Varianten tauschen. Geeigntet Komplett-PCs finden sich bei Ebay schon für 80-100€ gebraucht.

Fertige Alternativen zum Eigenbau Media Center PC

Wer jetzt keine Lust auf Bastelei hat oder einfach sich an den Eigenbau nicht rantraut, der kann auch seinen Media Center PC* kompl. fertig kaufen. Vorteil ist, man hat Garantie, auf der anderen Seite muss man halt mit der Konfiguration vorlieb nehmen, die der Händler zusammengestellt hat.

Media Center PC Artikelreihe im Überblick

Teil 1 – Grundüberlegungen
Teil 2 – Die Hardware
Teil 3 – Der Zusammenbau
Teil 4 – Die Software
Teil 5 – Fazit

* Affiliate-Link (Ich bekomme bei Kauf eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr)

http://www.nvidia.de/object/sff_ion_de.html

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