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Heimstudio – Ein erstes Resümee

Heute habe ich mich mal etwas intensiver mit meinem Heimstudio auseinandergesetzt. Mangels bereitwilliger Models habe ich mich selber geopfert und ein paar Selbstportaits gemacht, welche dank kleiner Blende auch gut scharf geworden sind, wenn auch der Focus meist auf der Nase saß….

Nach anfänglichen (vergeblichen) Versuchen, ITTL (Metz AF48-1. drahtlos per CLS gesteuert) und „dumme“ Funkauslösung zu kombinieren, habe ich meine Versuche im „Voll-Manuell-Blitz-Modus“ a la Strobist und OneLight bestritten.  Immer gut, wenn man die Zusammenhänge der wichtigsten Faktoren kennt.

In diesem Beitrag geht es aber nicht um zig Fotos von meiner Person, sondern von den ersten Eindrücken und Erfahrungen, die ich heute zum Thema Heimstudio gesammelt habe :

  • Ohne Fernauslöser (Kabel, IR oder Funk) geht es nicht bei Selbstportaits.
  • Der Stoff DITTE in schwarz von IKEA funktioniert hervorragend. Gut, 1,4om Breite ist nicht so optimal, aber die Lichtdurchlässigkeit (im Gegensatz zu Molton)  ist absolut unkritisch. Der Stoff ist auf dem Foto pechschwarz (wenn denn gewollt)
  • Helle Stoffe sind für ein mobiles Studio nicht die richtige Wahl, denn schnell sind durch den Transport in einem Karton etc. Falten im Stoff, die man „on Location“  wieder mühsam rausbügeln muss. Wenn man einen rein weißen Hintergrund haben will, kann man die Falten noch wegblitzen, aber sobald man einen grauen Hintergrund haben möchte, muss der Stoff faltenfrei sein. Abhilfe schafft hier nur der Transport auf einer Rolle, die bessere Wahl ist meiner Meinung aber Papierhintergrund von der Rolle.
  • Mit einem Blitz + Reflektor lässt sich schon richtig gut experimentieren bzw. stimmige Fotos erzeugen.
  • Ein zweiter Blitz ermöglicht Aktzente oder einen „ausgebrannten“ Hintergrund. Wenn man ausbrennen will, sollte der Blitz schon richtig Power haben oder man nimmt derer zwei. Da ich nur einen kleinen Bereich ausbrennen wollte (Portrait halt), reichte ein Nikon SB-25.
  • Der Reflektor kann nicht groß genug sein. Ich habe einen kleinen 5in1 Reflektor mit ca 50cm Durchmesser, es sollte aber schon etwas im Kaliber um 1m sein. Da muss ich auf jeden Fall noch nachbessern. Eine günstige Alternative hier: ein kleines Holzbrett auf Rollen (z.B. ein „Möbelhund“) und darauf dann hochkant 2 Styroporplatten montiert, wobei eine Seite schwarz gestrichen wird (fungiert dann als Abschatter)
  • Ein Halter für den Reflektor ist Gold wert (ich hatte leider nichts zur Verfügung) – Eine Idee wäre ein Mikrofonständer, da die meist gleich über eine Halteklammer (für das Mikro) verfügen, welche den Reflektor halten kann – entfällt man man sich obigen Styropor-Reflektor bastelt.
  • Systemblitze sind wirklich klasse. Habe heute zwar nur Portraits fotografiert, aber trotz ISO100 und Blende >7 nie mehr als 1/16 der Leistung gebraucht (Nikon SB-24, mit Durchleuchtschirm 1/8 Leistung)
  • Die Phottix Funkauslöser hatten selten Aussetzer. Nicht wirklich toll, aber momentan noch kein Grund auf ein anderes System zu wechseln (da gibt es erstmal Wichtigeres).
  • Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft den Metz im ITTL Modus (drahtlos per CLS)  mit einem per Funk (Mittenkontakt) ausgelösten Nikon SB-25 zu kombinieren. Technisch funktioniert es zwar, der Metz hat aber immer zu dunkel geblitzt. Ich gehe mal davon aus, das der Nikon etwas früher gezündet hat und so die Lichtmessung des Metz´ bzw D200 durcheinander bringt. Mal sehen, ob es mit dem ITTL Kabel klappt.
  • Es ist doch recht nervig, wenn man keinen richtigen Raum für das Studio zur Verfügung hat und immer bei Bedarf alles aufbauen (und natürlich auch abbauen) muss.
  • Mein 90€ „Joghurtbecher“ (die Voigtländer 100mm Festbrennweite) hat sich bei >f7 als richtig scharf herrausgestellt. Verdammte Axt, das hätte ich nicht gedacht 🙂
  • Hochformataufnahmen sind mit meinem Stativ nicht möglich, ich hätte die ganze Zeit Angst, das der „Kopf“ auseinanderbricht (ist wohl eher für Bridge- und Kompaktknipsen gebaut und nicht für eine D200 mit Batteriegriff und Objektiv) – Werde mal versuchen, mir einen Winkel für Hochformataufnahmen aus Alu zu bauen, damit der Stativkopf in horizontaler Lage verbleiben kann. Auf Dauer muss auf jeden Fall was Stabiles her.
  • Ein richtiges Lichtstativ mit einer Höhe >2,50m ist für das Hauptlicht unabdingbar, ein normales Fotostativ hat einfach eine zu geringe Höhe (wenn die zu fotografierende Person steht). Mit meinem selbstgebauten Schirmneigern komme ich grade mal auf Nasenhöhe, was zwar für Effekte (z.B. Haarlicht) reicht, aber für das Hauptlicht meist zu niedrig ist. Wie gut, das ich mir zusammen mit der Systemblitz-Softbox ein Lichtstativ gekauft habe, welches auf über 3m Höhe ausfahrbar ist.
  • Ein aufgebautes Hintergrundsystem hat eine magische Anziehungskraft auf Katzen und weckt den Kletterinstinkt 🙁

2 Gedanken zu „Heimstudio – Ein erstes Resümee

  1. Hallo Daniel,

    klingt gut, hast du auch ein paar schöne Fotos? Der Stoff klingt auch nett, ich verwende hier derzeit erfolgreich einen Baumwollstoff, dieser ist viel leichter als Molton, matt und weist eine gute Lichtundurchlässigkeit auf.

    Du kannst dir auch einen schönen Kugelkopf holen, dieser ist auch um 90° drehbar 🙂

    lg,
    hannes

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