8.454 views

Die kleinen Helferlein

Jeder, der nach dem Inhalt seiner Fototasche gefragt wird, antwortet meist als ersten mit dem teurem, dem „wichtigen“ Fotoequipment. Nur ist der Fotorucksack mit teurer Hardware wirklich komplett?

Ich meine nein.

Denn die Erfahrung zeigt immer wieder, das die beste Hardware nicht wirklich 100% eingesetzt werden kann, wenn unscheinbare Helferlein fehlen. Und mit „gesammelter Erfahrung“ meine ich nicht nur die von Profis, sondern auch vom „Gelegenheitsfotograf“, der erst wenige Monate der Fotografie frönt.

Nun bin ich gute 20 Monate am forografieren und möchte euch meine kleinen Hilfsmittel ans Herz legen, die meiner Meinung nach in keiner Fototasche fehlen dürfen (und auch nicht viel Platz wegnehmen bzw Geld verschlingen) :

  • Gaffatape (oder auch Gewebeband, Panzerband) – am besten in der Farbe schwarz, den das ist lichtneutral und reflektiert nicht. Damit lässt sich schnell aus einem Blatt Papier ein Snoot bauen , Blitze kurzfristig an den Baum tapen (das Zeug hält Bombe) oder oder oder. Auf jeden Fall das schweizer Taschenmesser der Klebebänder.
  • Gummibänder – Durchmesser und Farbe sind egal, hauptsache man kann damit Sachen am Blitz befestigen. So mutiert das Blatt Papier zur Bouncecard und die leeren Akkus werden damit und zusammengehalten und kullern nicht einzeln in der Fototasche rum.
  • Eine Plastiktüte aus dem Supermarkt – Grad wenn ich ohne Fototasche unterwegs bin nehme ich  immer eine mit. Kleiner (zusammengefaltet) kann eine wasserdichte Umverpackung für den plötzlichen Blitzregen nicht sein. Bei nicht abgedichteten Bodys Gold wert.
  • Akkus – aber voll! Klingt eigentlich selbstverständlich, aber früher oder später merkt man doch erst „on location“, das der Akku in der Kamera fast leer und kein Ersatz dabei ist.
  • Ersatzspeicherkarte – falls mal mehr Bilder anfallen, als die eingelegte Speicherkarte fassen kann bzw man die, die sich eigentlich im Body befinden sollte, doch zu Hause im Laptop steckt. Sicher ist sicher, selbst wenn sie über Monate unbenutzt in der Fototasche auf den Einsatz wartet.
  • Farbfolien – Mehr Abwechslung in der Lichtsetzung geht fast gar nicht, außerdem lässt sich damit hervorragend die Lichtfarbe an die Umgebung (Kunstlicht) anpassen. Wer Zugriff auf einen Farblaserdrucker hat, kann diese auch prima selber machen.
  • Microfasertücher – Staub auf dem Objektiv hat man sich schnell eingefangen, und Fingerabdrücke finden auch schnell ihren Weg auf das Glas (Stichwort Kinder und Familienfeste). Da hilft nur putzen, natürlich mit weichen Tüchern. Ich nehme immer (trockene!) Brillenputztücher – klappt einwandfrei und ist schonend zum Glas.
  • Ein talkumfreier Blasebalg – Ich gehe außerhalb der Wohnung so gut wie nie an den Sensor ran, lasse mir aber die Option offen, jederzeit in der Lage zu sein, groben Dreck vom Chip pusten zu können. Auch hier sind volle Ersatzakkus von Vorteil, den bei vielen Kameras lässt sich der „Reinigungsmodus“ (als das Hochklappen des Spiegels) nur mit vollem Akku (z.B. >80% Ladezustand) auslösen.
  • Ein Leatherman – Es muss nicht das Original sein, da tuts auch der Nachbau vom Discounter. Hauptsache etwas Werkzeug am Mann (oder Frau).
  • Ein USB-Kabel – so können immer und überall Preview-JPGs dem Model überspielt werden, selbst wenn kein Cardreader vorhanden ist. Ein direkter Ausdruck von der Kamera ist damit auch möglich, vorrausgesetzt Drucker und Kamera unterstützen das (PictBridge etc)

Das war es soweit von mir. Fehlt eurer Meinung was? Dann mal her mit Euren Tipps!

13 Gedanken zu „Die kleinen Helferlein

  1. Bei mir unterscheidet sich das stark von Shooting zu Shooting.
    Was sich bei mir fast immer dabei findet sind ein paar Eiweiß-Riegel, falls mein knurrender Magen die Motive verschreckt und ein Schluck Wasser.
    Ach ja, und Zettel und Stift.

  2. Viele der gelisteten Sachen befinden sich auch in meiner Fototasche. Auch der Zettel und Stift, den Sam erwähnt hat habe ich immer dabei, da man sich gerne Notizen zu einem Motiv macht, welches bei einer anderen Lichtstimmung/Tageszeit nochmal aufgesucht werden soll.

    Die Plastiktüte nutze ich neben dem Regenschutz auch als kleinen Schmutzschutz. Oftmals ist man bei Landschaftsaufnahmen nicht immer auf trockenen und sauberen Wiesen unterwegs. Kurz die Tüte aufgeschlagen und die Knien bleiben trocken und sauber!

  3. Wichtig finde ich auch Visitenkarten in der Tasche, wurd schon ein paar mal angesprochen, wo man denn meine Bilder sehen könnte, da ist dann eine Visitenkarte mit der Website sehr praktisch, vielleicht ergibt sich ja eine Geschäftsbeziehung.

    Bei mir fliegt, wenn ich den Blitz dabei habe noch ein Funkauslöser rum, falls ich mal irgendwas hervorheben will.

    Mal in die Tasche gucken… was ist noch drin? Also: Lenspen, Winkelsucher, Eneloops für den Blitz, Ersatzspeicherkarten, Lee-Folien, 2ter Kameraakku, Mülltüte (Regenschutz, oder auch zum draufsetzen/knieen), Blasebalg, Stift und Notizblock. (Da fällt mir auf, daß mein Allzwecktuch (Kamera/Hände/Brille trocknen/säubern, etc.) weg ist… hat der Beitrag schon was gebracht, erstmal den Mangel abstellen :-D)

  4. Es ist schon witzig, bei Deinem Artikel musste ich schmunzeln, weil ich auch so einiges an ‚Zubehör‘ mit mir herum schleppe … als ich dann aber Deine Liste durchging wurde mir bange – hast Du etwa in meinen Rucksack geschaut ? 🙂

    Bis auf die Gummibänder habe ich bis zum Leatherman und dem USB Kabel alles dabei, schön zu Lesen, dass andere die gleichen Tricks haben 🙂

    Gruß
    Alex

  5. Ich breche das mal runter auf die Makrofotografie:
    Ein Stück Alufolio – Reflektor
    Ein Stück weisen Karton – Reflektor
    Einen Faltbaren Durchlichtreflektor 30cm
    Einen Faltbaren Silber/Gold Reflektor 30cm
    Eine Klemme – um damit eben auch schwerere Sachen zu befestigen.
    Ein Taschenspiegel 10x10cm – damit kann man in der Makrofotografie einige nette Dinge machen.
    Kabelauslöser
    Aufsteckbare Wasserwaage
    Mini Taschenlampe
    Eine dunkle Strumpfhose

  6. @all : Danke für die Anregungen, grad Manfred hat ja noch ordentlich draufgepackt 🙂
    Ich werde auf jeden Fall meinen Rucksack einem Update unterziehen…

  7. Gute Ideen! Einiges hab ich auch immer dabei, auf anderes bin ich noch net gekommen.

    Ergänzung: Schraubenzieher! Damit krieg ich den Stativaufsetzer einfach viel schneller an die Kamera (muss ihn immer abmachen, weil der Sun Sniper drunter muss).

  8. Vielen Dank für diese sehr nützliche Liste. Da ist mir erstmal aufgefallen das ich außer meiner Kameraausrüstung nur Quatsch mit mir rumschleppe, aber das wird sich nun ändern!
    🙂

    • Naja, was heisst Quatsch. Ich denke mal bei dem, was du in der Tasche dabeihast, hast dir sicherlich auch was bei gedacht, oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.