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Display-Kalibrierung auf dem Apple IPad / IPad 2

Das IPad nutzen viele Fotografen als wertvolle Ergänzung für alle möglichen  (Fot0-)Bereiche, vor allem (so wie ich ) als hochportables Portfolio. Bekannterweise ist einer der großen Vorteile des Apple Tablets gegenüber  der (Android) Konkurrenz das wirklich grandiosen Display. Für alle, die das letzte Quentchen Farbtreue aus dem Tablet holen möchten, gibt es nun eine Möglichkeit, das Display genau wie den heimischen PC / Mac oder Laptop zu kalibrieren.

Problem des IPads (wie auch beim IPhone) ist der in sich geschlossene Kern des Betriebssystems, zu dem man von außen keinerlei Zugang hat. Die Firma Datacolor ( u.a. Entwickler vom Spyder Kalibriersystem) hat dennoch einen Weg gefunden, die Farben des Displays farbecht „zu verbiegen“, ohne dabei irgendwelche Jailsbreaks oder ähnliche Hack-Software auf dem Pad installieren zu müssen.

Datacolor bietet da eine sehr pfiffige Lösung an : einen Bildbetrachter, der App-Intern die Kalibrierungsdaten quasi als Overlay nutzt um somit eine farbrichtige Darstellung erzielen zu können. Die Kehrseite bedeutet, das auch nur der Bildbetrachter von Datacolor die Kalibrierungsdaten nutzen kann.

Vorraussetzung für die Kalibrierung des IPad ist ein vorhandenes Spyder 3 Colorimeter* sowie ein Laptop / Notebook mit Mac OS / Windows und WLan Netzwerk

Das Display vom IPad / IPad 2 kalibrieren

Die Vorgehensweise für die Kalibrierung ist denkbar einfach :

  • Die App „SpyderGallery“ von Datacolor auf dem IPad installieren und starten
  • In der App auf „Calibrate Viewer“ + „I currently have a Sypkder“ drücken
  • Auf „Email me a link to download the desktop app“ drücken und Name + Email Adresse angeben (aber App so lassen, nicht schliessen)
  • nun heisst es warten – meine Email mit Download-Link dauerte glatte 15 Minuten, bis sie in meinem Postfach war
  • Email öffnen und per Link das Programm „Spyder Gallery Desktop“ runterladen (gibt es für Mac und PC) und installieren
  • Spyder Gallery Desktop starten (wenn nicht bereits automatisch geschehen) und Spyder Colorimeter an den PC / Laptop anschliessen
  • In der IPad App auf den grünen „Ok“ Button drücken – die SpyderGallery sucht nun im WLan nach dem PC / Mac, auf dem die „Spyder Gallery Desktop“ läuft
  • Computer aus Liste per Fingerdruck auswählen
  • Spyder Colorimeter so genau es geht auf den im Display angezeigen Umriss legen – Fingerdruck auf „Ok“
  • Die Kalibrierung startet nun (Dauer ca. 2 Minuten)
  • Fertig

Das schöne ist, das man nun beim Betrachten der Fotos in der SypderGallery die Kalibrierung jederzeit an- oder abschalten kann.

Fazit SypderGallery für das IPad

Ein schönes Goodie für jeden IPad Besitzer, der auch einen Spyder3 sein Eigen nennt. Bei mir sind die Fotos einen Tick wärmer geworden und haben sich dadurch in der Darstellung meinem kalibrierten Montior angenähert. Schade, das die Kalibierung nur in der Software von Datacolor funktioniert, aber hier kann man der Firma keinen Vorwurf machen – schön das überhaupt eine Möglichkeit gefunden wurde, den Bildschirm zu kalibrieren.

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5 Gedanken zu „Display-Kalibrierung auf dem Apple IPad / IPad 2

  1. Und grade das Spyder 3 gilt leider als für professionelle Fotografen denkbar ungeeignet.

    Nicht nur, daß es wie alle Colorimeter-Kollegen (außer dem DTP94) eine große Streuung innerhalb der Serie aufweist (das dürfte also auch bei der iPad-Kalibrierung ein Problem sein).

    Es kann auch nicht mit jeder Hintergrundbeleuchtung fehlerfrei verwendet werden (auch wenn der Hersteller anderes behauptet).
    Colorimeter sind auf CCFL-Beleuchtungen eingestellt.
    Schon bei Displays mit AdobeRGB-Farbraum (der über eine andere Beleuchtung erreicht wird) gibt es damit Messabweichungen, ebenso bei LED-Beleuchtungen. Das dürfte beim iPad ähnlich sein.

    So etwas lässt sich zwar über die Software generisch gegensteuern, daß müßte aber vom Hersteller auch integriert werden. Die DataColor-Software für PC (&Mac) kann das nicht, das die iPad-Software das macht muß also zumindest bezweifelt werden.

    Unter anderem bei prad.de (und im angeschlossenen Forum) wird die Problematik immer wieder besprochen.

  2. Warum ist das iPad eigentlich „hoch portabel“? Muß für das iPad nun schon wieder eine neue Steigerungsform erfunden werden? Ein Papier-Portfolio ist genauso portabel wie das Apfel-Brett. Nur nicht so vielseitig (dafür wieder gefühlsecht“er“).

    • Aber irgendwann ist ein Papierportfolio eben nicht mehr so wirklich portabel…
      Wenn ich zB alle Hochzeiten, die ich mittlerweile auf meinem iPad habe,in Form von Fotobüchern mit zum Kunden nehmen würde, hätte ich schon gut zu schleppen 😉

      • Wenn Du alle mitnimmst, ist es kein Portfolio mehr, sondern ein Archiv.
        Sinn des Portfolios ist es, einen Überblick zu geben. Da kommt nicht JEDES Bild rein, was man mal gemacht hat. Gerade die Auswahl und Beschränkung ist die Schwieirigkeit bei einem Portfolio und gleichzeitig das, was es für dne Betrachter interessant und abwechslungsreich macht.

      • So mag das im Beauty-Bereich sein. aber definitiv nicht in der Hochzeitsfotografie.
        Denn hier geht es darum, den Kunden zu zeigen, das man über den ganzen Tag gute Fotos abliefert und nicht nur die 2-3 besten von einer 10 Stunden Reportage zeigt, was gar nichts über den Fotografen aussagt.
        Und ich sehe das sehr wohl als Portfolio und nicht als Archiv – nur halt mit einem anderem Schwerpunkt.

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