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Mein erster Kontakt mit der Fujifilm Finepix X100

Oh Mann, noch ein Blog wo die tolle X100 propagiert wird?! Naja, Fakt ist das diese kleine (obwohl, so klein ist sie ja auch nicht) Kamera seit der Photokina 2010 für einiges an Wirbel im Internet bzw der Fotografie-Blog-Szene gesorgt hat. Gestern nun hatte ich sie das erste mal in der Hand. Was passiert ist? Einfach weiterlesen 😛

Die Fujifilm Finepix X100 (so die genaue Bezeichnung) hatte mich am Anfang (kurz nach der Photokina, wo sich die euphorischen Berichte über dieses angebliche Wunderding innerhalb kürzester Zeit explosionsartig vermehrten) überhaupt nicht interessiert, ich fand das so angesagte Retro-Design nur hässlich.

Aus den Augen, aus den Sinn hieß es erstmal bei mir zum Thema X100 bis sie vor ca 2-3 Monaten mir wieder in Erinnerung „gedrückt“ wurde, und zwar von keinem anderen als dem guten Ken Rockwell. Klar, wenn Ken etwas toll findet gibt es keinen Superlativ in seinen Reviews, den er nicht benutzt/missbraucht um seine Begeisterung in Worte fassen zu können.
Aber davon ab, das er (so empfand ich es beinah) im Stundentakt Artikel über seine „unbeatable“ X100 verfasste und einen Review online stellt in den Worten die nur der alleinige Aktionär von Fuji finden würde, stellte er was anderes Online, was mir die Kinnlade runterfallen liess und meine Meinung zur X100 extrem änderte….

Die Fuji X100 kann HighISO – und wie sie das kann! Wer Ken Rockwell schon länger verfolgt weiß, das er ausschließlich in JPG fotografiert und nicht viel vom RAW Format hält (zu groß, zu viel Nachbearbeitung…). Was er aber als Beispielfotos bei ISO 3200(!) und ISO 12800(!!!) als OoC JPG online stellte, ließ mich doch schwer schlucken. Ist das wirklich eine „Kompaktkamera“? Brutal, erst recht wenn man bedenkt das es halt „nur“ kameraintern entrauschte JPG ist. Wer weiß was da noch geht, wenn man RAWs aufnimmt und dann mit guter Software (zB Lightroom 3) entrauscht? Ich find die HighIso Fähigkeiten einfach geil!

Dank Ken Rockwell war auch dieses „haben wollen“ Gefühl bei mir angekommen. Nicht wegen der Optik (dazu hab ich immer noch eine recht unterkühlte Einstellung) sondern wegen der Fähigkeiten der „kleinen“ Fuji.

Kurz danach fand ich im Blog von DigitalRev einen kleinen Vergleich der X100 mit der Leica X1 bzw Leica M9. Gut, den Vergleich mit der M9 halte ich für extrem sinnfrei (alleine das Konzept und die Preisregion sind verschiedene Welten) aber der Vergleich mit der Leica X1 liegt doch (nicht zuletzt dem auffällig ähnlichem Design und Ausstattung) klar auf der Hand.
Und während mich die Leica nicht berührt hat (bin kein Leica FanBoy und sorry, die AF Geschwindigkeit geht mal gar nicht – ich hatte sie über den Jahreswechsel mal kurz in den Händen und da sprang kein Funke über) sprechen die Daten der X100 mit deutlich mehr an.

Warum? Ganz einfach :

  • Offenblende von 2.0 (die X1 hat „nur“ 2,8, also von der Lichtstärke her ne glatte Blende weniger, was auch weniger  Freistellung gegenüber der X1 bedeutet)
  • deutlich schneller AF
  • um 20cm kürzere Naheinstellgrenze (Fuji x100 hat 10cm, Leica X1 30cm)
  • eingebauter Grau/ND Filter (3 Blenden)
  • deutlich erweiterten HighIso Bereich (X100 bis zu ISO12800, bei der X1 ist schon bei 3200 der Arsch ab)
  • doppelt so schnelle Verschlusszeit (spätestens bei Sonne und Offenblende sind die 1/2000 der Leica schnell zu lang)
  • 5 Bilder/Sekunde (!), wobei das für mich nicht wichtig ist
  • Hybrid Sucher
  • deutlich höher Auflösendes Display

Klar, das sind nur technische Daten und (wie man es so oft von LeicaFanboys hört) eine Leica ist eine Leica, mir ist jedoch der rote Punkt (und damit verbundene Mehrausgabe von 500€), eine tolle Firmenvergangenheit, Made in Germany bla bla bla bla absolut Wumpe!

Für mich entscheident ist das,  was im Endeffekt als Foto auf dem PC landet (und evtl später auf Fotopapier) und wie die Kamera in meine fotografische Arbeit integrierbar ist. Und da sehe ich (ausser der schweineteuren Leica S2) momentan keine Kamera aus „good ol´ Germany“. Aber Leica wird von dem Erfolg der X100 mit Sicherheit lernen und das ein oder andere Feature in der X2 implementieren.

Ok, zurück zum eigentlichen Thema, der Fuji Finepix X100 und meinem nun erwachten Drang, so ein Teil mal in Natura betrachten zu wollen. Anfang der  Woche hab ich ein weiteres, sehr cooles Review von der X100 gelesen, und zwar von Zack Arias. Zack lässt dabei den technischen Aspekt und jegliche Pixelpeeperei aussen vor und widmet sich dem Thema X100 ausschließlich aus der Sicht eines (Street)Fotografen. Sehr gut zu lesen, klasse Bilder und noch mehr „haben wollen“ Faktor für mich.

Gestern bin ich nun bei einem  Stadtbummel in Aurich in einen kleinen Fotogeschäft reingestolpert (Zufall, im Schaufenster lagen gebrauchte Nikon Linsen und ich wollte mal fragen, ob sie auch ein paar von Canon liegen haben). Nach einem kurzen Gespräch mit dem netten Mitarbeiter kam das Thema irgendwie auf die X100 und schwups, hatte er schon das Vorführmodell aus dem Schrank geholt und mir in die Hand gedrückt. Da war er also, der erste Kontakt mit der Kamera 🙂

Mein erster Eindruck : Durchwachsen. Ich hatte nicht die Zeit, die Kamera genaustens zu testen, aber ein kurzer haptischer Check und 1-2 Fotos waren drin.

Haptik : Hm.. Solide, ja. Auch die Schalter haben einen sauberen Druckpunkt und arbeiten satt. Aber die Kunstleder-Einlage fühlte sich eher wie lackiertes Aluminium an – da macht das Anfassen des Canon Leders mehr Spaß. Die Kamera wirkt oberhalb sehr aufgeräumt, hinten sind die Tasten aber schon recht klein und fummelig (ähnlich wie das Wählrad/4 Wege Tasten rechts vom Monitor).

Technik : Der Hybrid-Sucher ist klasse, egal ob als optischer Sucher mit eingeblendeten Daten oder als elektronischer Sucher. Die Menuführung wirkte auf die Schnelle nicht sonderlich intuitiv, ist aber (wie bei jeder neuen Kamera) reine Lernsache. Die Kamera fotografiert so gut wie nicht hörbar (im Laden war keine Totenstille, normaler Geräuschpegel), der Speichervorgang nach dem Klick kam mir recht lange vor. Die Einstellräder für Belichtungskorrektur und Verschlusszeit sind klasse, schneller kann man die Werte nicht ändern.

Schlussendlich habe ich sie nicht gekauft, das Konto hat durch den Erwerb des MacBook Pro schon genug gelitten und so richtig 100% sicher, was den Erwerb der Fuji X100 betrifft, bin ich mir noch nicht.

Nach gut 10 Minuten Spielerei hat mich die Kamera in ihrem Retro-Design emotional noch immer nicht berührt. Auf der anderen Seite will ich sie aufgrund ihrer Möglichkeiten nach wie vor gerne mal intensiver testen oder gar kaufen – mal sehen.

PS: Eine Leica M8 (samt zwei Objektiven) wurde in dem Laden auch gebraucht angeboten. Haptisch war da so gut wie kein Unterschied zur X100. Und das die M8 keinen Autofokus hat, machte die Kamera für mich auch gleich wieder uninteressant.

 

 

 

 

 

 

10 Gedanken zu „Mein erster Kontakt mit der Fujifilm Finepix X100

  1. Also gibt es schon Läden, welche diesen Exoten führen? Ansehen möchte ich sie mir auch – aber nur um mir den Sucher anzusehen. Kaufen würde ich sie dennoch nicht – eben weil sie Autofokus und keinen Messsucher hat. 😀 So unterschiedlich sind die Geschmäcker.

    • Ja, gibt es. War auch sehr verwundert, weil sie im Internet ja fast überall vergriffen ist. Und während im Internet mitunter auch absolute Mondpreise verlangt werden (1150€ und mehr) war der Preis im laden bei 999€ – und ich hätte gleich eine mitnehmen können 🙂
      PS: Den Autofokus kann man natürlich abschalten 😉

      • Und wie nehm ich dann die Schärfe? Muss ich dann in einem elektr. Sucher scharfstellen? Finde das Messsucher-Prinzip von Leica in der Hinsicht einfach besser. Habe einmal durch den Sucher einer M6 TTL gesehen und wusste warum die so teuer ist. Das muss man erstmal optisch aufbauen können… schon irre.

      • Gute Frage, da musst du die X100 mal selber in der Hand halten. In der kurzen Zeit, in der ich die X100 „bespielt“ habe, war mein Augenmerk nicht beim MF 😉

      • Bin gespannt ob es die irgendwann mal in unsererm Provinzkaff im örtlichen Blödmarkt gibt, denke aber wohl eher nicht. 😀

  2. In Sachen Haptik und Verarbeitung ist die X100 den Canon aber voraus, zumindest was die 5D angeht, darunter sowieso. Die macht einfach tierisch Spaß, klein, leicht, ein tolles Objektiv, unauffällig. Der MF ist unbrauchbar, wurde zwar nach dem FW-Update besser, aber die X100 ist einfach eine AF Kamera. Das sollte man wissen. Manch bemängeln zurecht die Menustruktur, aber ISO, Blende, Verschlusszeit sind alle schnell einsetzbar. Wobei ich sogar meist in AV fotografiere.

  3. Ich besitze eine Nikon Coolpix P7000. Die Kamera bietet ähnlich viele Möglichkeiten wie die X100. Mit dem 7 fach-Zoom fotografiert man flexibler, allerdings mit nicht so einer guten Qualität, wie mit einer X100. Jedoch kostet die Nikon P7000 auch nur knapp 400 Euro. Am besten gefällt mir die Sony Alpha NEX-5. Sie ist besonders handlich und qualitativ hochwertig 🙂

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