Rezension : Wo sind meine Fotos von Sam Jost

Die deutsche Fotoblogger-Szene hat mittlerweile einige Fachbuch-Autoren hervorgebracht und auch heute möchte ich ein Buch vorstellen, dessen Autor dem fotoaffinen Internetsurfer kein Unbekannter sein dürfte.

Sam Jost, Betreiber des Blogs radeldudel.de und Autor von „Manuell belichten mit der Digitalkamera“ hat sich mit dem Buch „Wo sind meine Fotos“ dem Thema Lightroom 4 (oder wie es komplett heisst Adobe Photoshop Lightroom) angenommen und darüber ein nicht grad dünnes Buch (immerhin 264 Seiten) geschrieben.
Moment, Lightroom 4 und Fachbuch? Da war doch was….. Richtig, bereits im Januar 2012 stellte ich „Mein Lightroom Alltag“ von Patrick Ludolph (ebenfalls kein unbekannter in der Blog-Szene) vor. Also quasi direkte Konkurrenz? Wir werden sehen…..

Wo sind meine Fotos von Sam Jost

Kapitel 1 – Brauche ich Lightroom

Sam erklärt seine Beweggründe, warum er auf Lightroom umgestiegen ist und erklärt die grobe Arbeitsweise des Programms aus dem Hause Adobe.

Kapitel 2 – Der erste Start

Lightroom wurde frisch installiert und gestartet – was ist zu tun?

Kapitel 3 – Fotos in den Katalog aufnehmen

Mit dem Import der Fotos in einen Katalog fängt bei Lightroom der sog. Workflow an. Sam erklärt, wie so ein Import aussehen könnte und mit welchen Funktionen sich ordentlich Zeit einsparen lässt.

Kapitel 4 – Überblick der Oberfläche

Wie der Name schon sagt wird vom Autor die GUI (Grafisches User Interface) von Lightroom erklärt, auch helfen sog. Shortcuts bei der schnelleren Bedienung der Oberfläche.

Kapitel 5 – Das Bibliotheksmodul

Eines der Stärken von Lightroom und dementsprechend auch ein sehr ausführliches Kapitel im Buch. Auf 53 Seiten erklärt Sam worin der Vorteil vom Lightroom-Katalog liegt und wann man Sammlungen nutzen sollte. Auch geht er auf die verschiedenen Ansichts- und Vergleichsmöglichkeiten von Fotos im Bibliotheks-Modul ein. Die Möglichkeit, Fotos zu markieren, zu bewerten, zu filtern und mit Schlagworten zu versehen bilden den Abschluss in diesem Kapitel.

Kapitel 6 – Ein typischer Arbeitsablauf mit Lightroom

Sam Jost zeigt anhand eines Beispiels, wie sein Workflow bei Lightroom aussieht – vom Import der Fotos (im RAW Format) von der Speicherkarte über die Auswahl der besten Fotos sowie deren Bearbeitung bis hin zum Export der „entwickelten“ Fotos als JPG Dateien.

Kapitel 7 – Das Entwickeln-Modul

Neben der Katalogiesierungsfunktion das zweite Standbein von Lightroom. Sam Jost erklärt die Regler des Entwickeln-Moduls und zeigt auch deren Funktionsweise mittels vieler Beispielbilder. Was unterscheidet den Regler „Belichtung“ von der „Helligkeit“ ?
Wo liegt der Unterschied zwischen der „Dynamik“ und der „Sättigung“? Natürlich kommen auch die kreativen Tools wie zB die „Teiltonung“ zur Sprache, genauso wie der Verlaufsfilter und die Bereichsreparatur.

Kapitel 8 – Beispiel für eine Bearbeitung

Auch für die Bearbeitung von Fotos zeigt Sam seinen Workflow im „Entwickeln-Modul“ anhand eines Beispiels. Damit man die im Buch gezeigten Änderungen am Bild besser nachvollziehen kann, kann man das besprochene Bild auf Sam´s Internetseite runterladen – pfiffige Idee, welche geradezu zum „nachklicken“ und ausprobieren animiert.

Kapitel 9 – Bearbeitung auf mehrere Fotos anwenden

Die Bearbeitung mehrerer Fotos lässt sich in Lightroom hervorragend automatisieren – das 9. Kapitel zeigt, wie es mit wenigen Mausklicks funktioniert.

Kapitel 10 – Wie bekomme ich die Fotos aus Lightroom

Am Ende steht immer der Export, egal ob als JPG Datei auf CD/DVD oder als Druck aus dem heimischen Tintenstrahler… Welche Möglichkeiten Lightroom bietet, wie man Wasserzeichen und/oder Text einfügt und den optimalen Ausdruck bekommt, erklärt Sam im letzten Kapitel des Buches.

Anhang

Was in einem Anhang so drinsteht… Nützliche Tastenkürzel (sog. Shortcuts), Sinn und Zweck des RAW-Formats, das obligatorische Stichwortverzeichnis sowie etwas Eigenwerbung für Sam´s andere Bücher. Und nein, Apple ist KEINE Sekte 😉

Mein Fazit zu „Wo sind meine Fotos“ von Sam Jost

Interessant ist, das der Autor den Leser von Anfang an „duzt“. Für den eher konservativen Leser mag das am Anfang befremdlich wirken, ich hatte beim Lesen des Buches durch diese Schreibweise immer das Gefühl, das mir das Programm von einem guten Bekannten erklärt wird – sicherlich kein Minuspunkt.

Von meiner Seite gibt es am Buch selber nichts zu meckern, inhaltlich habe ich hier und da trotz eigener, langjähriger Nutzung von Lightroom (seit Version 2.x) mir noch den einen oder anderen Tip abschauen können. An einigen Stellen hätte ich mir jedoch ein größeres Buchformat gewünscht, damit die Fotos bzw deren Details besser sichtbar sind.
Teilweise sind die Aussagen der abgebildeten Fotos nicht klar erkennbar, grad wenn es um die Darstellung des Modulwählers geht (zB Seite 41) – das ist aber nicht dem Autor, sondern dem Druck geschuldet. Eine nachträgliche farbliche Anpassung würde die Erkennbarkeit der gewählten Funktion sicherlich vereinfachen.

Die am Anfang des Artikels angeführte Frage, ob das Lightroom Buch von Sam Jost besser oder schlechter als das von Patrick Ludolph stellt sich mir nicht wirklich. Ich sehe beide Bücher qualitativ auf Augenhöhe und behaupte sogar, das sie sich gut ergänzen (Beispiel schwarz/weiß Entwicklung, ein Schwerpunkt in Patricks Buch und bei Sam nicht besprochen, da er selber keine s/w Fotos macht) , wobei beide Bücher eine sehr persönliche Note vom Autor haben. Sicherlich muss man nicht beide haben und im Endeffekt entscheidet auch der Schreibstil das Autors über den Kauf….
Mir hat das Lesen das Buches von Sam definitiv Spaß gemacht und wie bereits erwähnt, konnte ich auch noch einiges an Wissen rausziehen.
Ganz klar eine Empfehlung von mir.

Das Buch kostet 27,90Euro und ist zB bei Amazon erhältlich.

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