Review : Samsung Galaxy K Zoom

Samsung Galaxy K Zoom Sample 001Vor einiger Zeit schrieb ich einen kleinen Artikel zum Thema Kompakt-Kameras und deren Zukunft und bereits dort hob ich den Smartphone-Kamera Hybriden von Samsung positiv hervor. Mittlerweile hat Samsung diesen Exoten neu aufgelegt und ich habe mir das aktuellste Modell mal angeschaut. Während der Vorgänger noch „Samsung Galaxy S4 Zoom“ hieß, hat man seitens des Herstellers nun auf einen namentlichen Verweis auf das aktuelle Smartphone-Flagschiff verzichtet. Gut so, hat das Samsung Galaxy K Zoom doch eigentlich nichts mit dem S5 gemein.

Meine Eindrücke zum Samsung Galaxy K Zoom

Ich möchte hier nicht viele Worte zum Smartphone verlieren, zum Galaxy K Zoom gibt es bereits Seitenweise Testberichte im Netz, von daher kurz und knackig mein Senf zum Smartphone Kamera Hybriden aus Koren :

Was mir am Samsung Galaxy K Zoom gut gefällt

  • Gutes Smartphone : Abgesehen von der Kamera stellt das Samsung ein Smartphone aus der oberen Mittelklasse mit zeitgemäßer Ausstattung dar. Neben einer leistungsfähigen CPU (Pseudo-HexCore) gibt es 2GB Ram, 8GB Hauptspeicher (davon 3GB ab Werk mit Android+Apps belegt), GPS sowie diverse drahtlose Verbindungsmöglichkeiten (Bluetooth, NFC, Wifi). Der Speicher kann (wie bei Samsung üblich) mit einer Micro SD-Karte erweitert werden. Ich hab soweit keine App/Spiel finden können, was das Galaxy an seine Grenzen bringt.
  • 10x Optischer Zoom : Für ein Smartphone extrem weiter Brennweitenbereich von 24mm (Yay, echter Weitwinkel) – 240mm
    Um einen besseren Eindruck zu bekommen, was 10facher Zoom bedeutet, hier mal ein Vergleich 24mm / 240mm :
    Vergleich 24mm - 240mm
  • Motivprogramme : Die Kamera-App bringt viele Motivprogramme (Portrait, Panorama (bis 360°), HDR, Nachtmodus, Serienaufnahme, Selfie, Manuell, Kinder, Landschaft, Dämmerung, Makro, Schnee, Essen, Party, Wasserfall, Momentaufnahme, Sonnenuntergang, Feuerwerk, Leuchtspuren (Lightpainting), Silhouette) mit, welche auch für sich sehr gut funktionieren. Darüber hinaus lässt sich einstellen, welche Motivprogramme in der Schnellauswahl erscheinen sollen.
  • Kompaktes Gehäuse : Das Galaxy ist trotz 10x optischen Zoom bei eingefahrenem Objektiv (welches NUR ausgefahren wird, wenn die Kamera-App aktiv ist) erfreulich dünn und passt dadurch in so gut wie jede Hosentasche.
  • Gutes Display : Das 4,8″ Super Amoled Display löst zwar „nur“ mit 720p auf (1280×720 Pixel), bietet aber schöne Farbe und gute Kontraste, Fotos und Videos sehen gut aus.
  • Hohe Auflösung : Mit 20,7 MP bringt der Sensor eine hohe Auflösung mit. Sicher sagt das nichts über die Qualität der Fotos aus, der Nutzer bekommt dadurch jedoch einiges an Crop-Reserven.
  • Langzeitbelichtung : Durch den manuellen Modus sind Belichtungen bis 16s möglich, was die Kamera für Spezialfällte (zB Fotografie von Feuerwerken oder Light Painting) interessant macht
  • Xenon Blitz : Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, welche die Umgebung nur mit LEDs ausleuchten, verfügt das Samsung über einen starken Xenon-Blitz, der deutlich mehr Power beim Aufhellen bringt.
  • Gute Bildbearbeitung : Die App zur Anzeige der Fotos bringt schon einen gut gefüllten Werkzeugkasten zur nachträglichen Bearbeitung mit, alle wichtigen Parameter (Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur, RGB Farbanpassung) können verändert werden. Das bietet iOS ab Werk leider (noch) nicht.
  • Überzeugende Bildqualität : Gemessen an der Auflösung sowie Größe des Sensors bringt das Galaxy doch sehr ansehnliche Fotos zu Tage, wenn auch es etwas zur Unterbelichtung neigt, auch das Rauschen ist erfreulich gering (für ein Smartphone).

Was am Samsung Galaxy K Zoom befriedigend ist

  • Eingeschränkter manueller Modus: Während die Iso (100-1600) sowie Verschlusszeit ( 1s – 1/2000s  ) in großen Bereichen frei wählbar ist, gibt es bei der Wahl der Blende leider nur zwei Möglichkeiten (Offenblende, je nach Zoomstellung f3.1 bis f6.3 sowie eine weitere Blende, zB bei 24mm f9 ). Das schränkt den Einsatz des manuellen Modus leider stark ein.
  • Zweistufiger Auslöseknopf : Der Auslöseknopf der Kamera (welche auch bei längerem Drücken die Kamera App startet) bietet zwei Stufen, wie man es von Digitalkameras bzw DSLRs her kennt, also 1. Stufe Autofokus und Belichtungseinstellung, 2. Stufe Auslösen. Leider gibt es keinen klar definierten Druckpunkt (man drückt zu schnell durch), was dieses an sich sinnvolle Feature doch wieder etwas einschränkt.
  • Wechsel-Akku : Möchte ich der Vollständigkeit halber erwähnen (soll ja Leute geben, denen das wichtig ist), ich hab seit JAHREN keinen defekten Akku in einem Smartphone/Tablet gehabt, von daher in meinen Augen nicht wichtig. Darüber hinaus ist die Kapazität vom Akku eher durchschnittlich, wer viel (mit Blitz) fotografiert, wird strommässig auch schnell am Ende sein

Was mir am Samsung Galaxy K Zoom gar nicht gefällt

  • Keine LED Lampe : Leider hat Samsung dem Smartphone einen richtigen Blitz spendiert (siehe oben), aber dafür eine LED zur Ausleuchtung komplett weggelassen. Was beim fotografieren kein Problem darstellt (schließlich gibt es ja das Blitzlicht) kann aber beim filmen zum Problem werden, denn hier und da wäre ein Dauerlicht durch LED durchaus wünschenswert.
  • Unglückliche Positionierung des Power-Buttons : Der Power-Knopf liegt auf der gleichen Seite und dazu noch zwischen den Tasten für den Zoom (Wippe für Lautstärke) sowie dem Auslöse-Knopf. Wenn es schnell gehen musste bin ich schon mehrmals (aus Versehen) auf den Power-Button gekommen, was als Ergebnis kein Foto sondern ein Galaxy im Standby zur Folge hatte – da haben die Ingenieure nicht mitgedacht.
  • Samsung typische Haptik : Kann man mögen, muss man aber nicht. Meiner Meinung nach nicht dem Preis entsprechend. Huawei wie auch HTC zeigen, wie ansprechende Haptik aussehen (bzw sich anfühlen kann)
  • Keine Unterstützung von RAW Dateien : Wirklich schade, denn das würde das Samsung noch einmal deutlich Aufwerten und auch aus der Masse der kompakten Digitalkameras herausstechen. Für die Nachbearbeitung mittels Filter (als App) oder Raw-Konverter am PC wäre Raw ein echter Segen.
  • Mangelnde Displayhelligkeit : In der Sonne ist Fotografieren nur eingeschränkt möglich, da das Display einfach nicht hell genug ist – das kann das 5s besser.
  • Zoomfunktion bei Panorama deaktiviert : Panoramen lassen sich nur bei 24mm aufnehmen, was eigentlich schade ist. Ok, das man während der Panoramaaufnahme nicht die Brennweite verändern kann leuchtet ein, aber generell nicht in dem Programm? Ich wollte zB heute vom Festland aus ein Inselpanorama von Wangerooge bei vollem Zoom machen – nö, ist nicht. Samsung, diese Einschränkung erschliesst sich mir nicht.
  • Kamera-App vom Lockscreen (geschützt mit Pin) nicht erreichbar: Dadurch entgeht einem mit Sicherheit der ein oder andere Schnappschuss, da zur Aktivierung der Kamera erst der Pin eigegeben werden muss. Das geht bei meinem iPhone 5s deutlich schneller (nämlich per Wisch aus dem Sperrbildschirm heraus). Nach etwas google-ei hat sich herausgestellt, das das Problem diverse Samsung-Modelle nach dem Upgrade auf KitKat haben, ein Workaround ist mir bis jetzt nicht bekannt.

Fazit

Die Richtung stimmt und es ist nur Konsequent, eine echte Kamera (also mit optischen Zoom) mit dem Smartphone zu verheiraten. Sicherlich gibt es hier und da noch kleinere Makel (zB keine Aufnahmen im RAW Format) aber da wird in Zukunft sicherlich noch einiges (auch von anderen Herstellern) kommen. Wer unterwegs viel fotografiert/filmt, kein Problem mit Android bzw Samsung hat und darüber hinaus ein zeitgemäßes Smartphone sucht, sollte sich das Samsung Galaxy K Zoom auf jeden Fall genauer anschauen.

Beispielfotos Samsung Galaxy K Zoom

Zum Schluss gibt es noch ein paar Fotos, welche mit dem Samsung Galaxy K Zoom aufgenommen worden sind. Die Fotos sind „out of cam“, wurden in Lightroom nur verkleinert und nachgeschärft.

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