Alte Liebe neu entdeckt

Pentacon 135mm f2.8 Review Test 002Nachdem ich mich ja mehr und mehr mit dem Thema Video und Canon DSLRs beschäftige rückt natürlich auch die manuelle Fokussierung auch verstärkt in den Vordergrund. Während ich bei meinen Portaitshootings und Hochzeiten zu 100% auf den Autofokus gesetzt habe, ist diese Funktion bei der Filmaufnahme nicht mehr nutzbar.

Manueller Fokus… ?

Da war doch mal was….

Genau! M42. Vollmetall-Gehäuse. Unzerstörbar. Geiles Bokeh.

…grübel…

Pentacon 135mm f2,8 mit M42 Anschluss

Es war im Juli 2010, als ich über meinen damaligen Neuerwerb, ein M42 Objektiv „made in DDR“ hier im Blog berichtete, garniert mit einem schön freigestellten Katzenportrait und dem verheißungsvollen Schluss-Satz „Ein Testbericht folgt in nächster Zeit“. Nunja, der Testbericht ist nie erschienen, shame on me….

Aber genau über dieses Katzenportrait bin ich bei der Google Bildersuche gestolpert und ich erinnerte mich plötzlich wieder an die massive Ost-Linse, welche mir Anfang meiner Foto-Karriere so viel Spaß gemacht hatte…

Also fix meine Foto-Kramkiste durchwühlt und schon hatte ich sie wieder in der Hand, dieses massive Stück aus Metall und Glas, gefertigt für die Ewigkeit vom ehemaligen Klassenfeind. Und es war wieder da, dieses kribbeln – mit dem Objektiv auf die Pirsch zu gehen.

Neben einem anderen Gehäuse (damals hab ich das Pentacon auf der 5D, gerne auch „Queen Mum“ genannt, genutzt) hatte ich dieses Mal auch einen M42 Adapter mit AF Confirm Chip benutzt, der das manuelle Fokussieren mit der Serienmattscheibe der 6D weitaus angenehmer gestaltet (sofern der AF Chip keinen Fehlfokus hat).

Wenn alles so funktioniert wie es soll, dreht man langsam den Fokus bei halb durchgedrückten Auslöser bis man das vertraute „Piep“ hört bzw den kleinen AF Punkt im Sucher sieht – Fokus stimmt, Auslöser ganz drücken, scharfes Foto. Easy.

Fokussieren mit M42 Adapter und AF Confirm Chip

Wenn man mit einer manuellen Linse auf die Fotopirsch geht, kann man die Kamera nur im AV Modus (Blendenpriorität oder auch Zeitautomatik) oder M Modus (=voll manueller Modus) betreiben.

Durch den von mir verwendeten AF Confirm Chip wird der Kamera dauerhaft eine Blende von f1.4 vorgegaukelt. Hat man tatsächlich ein M42 Objektiv mit dieser Lichtstärke angeschraubt, muss man nichts weiter machen und kann einfach losfotografieren.

Da das Pentacon allerdings eine Offenblende von nur f2.8 hat, muss ich das Bild (wenn ich mich am Belichtungsmesser der Kamera orientiere) um 2 Blenden heller einstellen (also der Belichtungsmesser zeigt +2), damit es korrekt belichtet ist bzw der Belichtungsmesser richtig liegt.

Warum? Ganz einfach, weil zwischen f1.4 und f2.8 genau 2 Blenden Unterschied liegen (f1.4 – f2.0 – f2.8). Mache ich das nicht, werden die Bilder unterbelichtet (um eben diese 2 Blenden)

Aber zurück zum Pentacon 135mm f2.8

Das Fotografieren macht mit dem Pentacon einfach sehr viel Spaß.

Objekte freistellen ist mit diesem alten Objektiv sehr schön möglich und zB ideal für Portraits oder auch (wenn man den Abstand hat) Autofotografie. Der manuelle Fokus läuft bei meinem Pentacon sehr satt und bietet genug Widerstand gegen versehentliches verstellen. Auch der Blendenring rast fühlbar ein, wobei ich den nicht wirklich nutze, denn wie so oft heisst es auch hier : Offenblende, Baby!

Das das Objektiv von der Auflösung her nicht mit aktuellen super-duper Linsen mithalten kann, sollte jedem klar sein – aber darum geht es auch nicht. Die Fotos versprühen einen ganz eigenen Flair und das Bokeh würde ich persönlich als sehr angenehm und cremig bezeichnen. Die Anfälligkeit für Purple Fringing und Chromatische Abberationen hatte der Hersteller – bedenkt man das Alter – echt gut im Griff.

Goodie ab Werk : Eine Streulichblende ist im Objektiv bereits integriert und kann bei Bedarf einfach rausgezogen werden.

Zum Schluss gibt es noch ein paar Fotos, das 135er findet man regelmäßig in der Bucht für rd 40 Euro und wer auf entschleunigte Fotografie steht (jaja, das geht sogar mit digitalen Kameras) wird mit dem Erwerb eines 135mm Pentacon nicht viel falsch machen.

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