Buch Rezension : Fashion-Fotografie von Michael Gelfert


Ich kenne Michael Gelfert als Bloggerkollegen und schätze ihn aufgrund seines fotografischen Schaffens sowie seiner vielen Tips und Tricks, welcher er in seinem Blog veröffentlicht, sehr. Endlich habe ich auch sein Buch gelesen, das ich hier vorstellen möchte.

Bei dem Buch Fashion Fotografie* geht es, wie der Titel schon sagt, um den Bereich der Fashion-Fotografie. Das Buch ist klar strukturiert und in 9 logische und aufeinander aufbauende Kapitel unterteilt.

Bevor es aber mit dem eigentlichen Thema losgeht, erläutert der Autor in der Einleitung u.a. kurz ,welche Zielgruppe er mit dem Buch ansprechen möchte, denn für den Einsteiger ist das Buch wahrlich nicht geeignet. Das zeigt sich spätestens in den Beleuchtungskapiteln, denn ein  Grundwissen bei der Lichtsetzung sowie der richtigen Kameraeinstellungen wird einfach vorrausgesetzt.

Kapitel 1 – Was ist Fashion-Fotografie?

Michael erklärt seine Definition der Fashion-Fotografie und grenzt den Bereich klar ein. Er erklärt, in welche Unterbereiche sich die Fashion-Fotografie aufteilt und was von einem guten Fashion-Fotografen erwartet wird.

Kapitel 2 – Ausrüstung und Prämissen

„Keine Ausrüstung macht sie zu einem guten Fotografen! Als guter Fotograf benötigen sie aber oft einfach die richtige Ausrüstung.“
Der Kapiteltitel ist Programm, denn hier geht es um die passende Ausrüstung, wobei klar wird, das mehr nicht immer besser sein muss (siehe Zitat). Die benötigte Hardware in der Fashion-Fotografie wird unter verschiedenen Prämissen durchleuchtet und es werden praxisgerechte Vorschläge zur Ausrüstung gemacht. Das diese Vorschläge natürlich keine Billigeimer Studioblitze aus China beinhalten dürfte klar sein – ein Profi muss sich zu 100% auf sein Equipment verlassen können. Das soll aber nicht heissen, das sich ähnliche Ergebnisse nicht auch z.B. mit China Blitzen erreichen lassen.

Kapitel 3 – Lichtformer

Eines der (vom Umfang her) größten Kapitel, denn Licht und die richtige Lichtsetzung sind das A&O in der Fashion-Fotografie. Gelfert zeigt mit Hilfe eines Models die unterschiedliche Lichtwirkung und auch Lichtverluste diverser Lichtformer. Das das alles mit Hensel-Equipment passiert stört nicht weiter, denn ein Großteil der von Gelfert vorgestellten Lichtformer gibt es auch bei den meisten Mitbewerbern. Interessanterweise rät der Autor deutlich von den durch Strobist und Co so propagierten Reflex- und Durchlichtschirmen ab – gezielte Lichtsetzung ist laut Erfahrung des Autors damit einfach nicht möglich.

Kapitel 4 – Das Team und seine Arbeit

Meiner Meinung nach inhaltlich eines der wichtigsten Themen in diesem Buch. Gut, der Aha-Effekt in Kapitel 4 ist sehr gering, aber der Autor entzaubert den Mythos der „OneManShow“, bekennt sich zu seinem Team und das optimale und aufwendig beleuchtete Fotos in der Fashion-Fotografie im Alleingang kaum umsetzbar sind. Ein paar Tricks über den Umgang mit Models rundet das Kapitel ab..

Kapitel 5 – Das Studio-Shooting

Jetzt geht es ans Eingemachte. Michael Gelfert erklärt anhand zweier Studiosets seine Bildideen und die dazu passende Herangehensweise. Vom Makeup bis zur Lichtsetzung wird alles erörtert, auch zeigt er Anhand vieler Fotos die Lichtwirkung der einzelnen Blitze (Hauptlicht, Fülllicht, Striplights etc) in diesen doch schon recht umfangreichen Blitzsetups.

Kapitel 6 – Das on Location-Shooting

Auch in diesem Kapitel geht es um die Praxis, nur eben nicht im heimischen Studio sondern in fremder Umgebung oder wie der Fachmann sagt „on Location“. Die Shootings werden wie im 5. Kapitel genauestens erklärt, wobei der Autor aber nicht vergisst, auf die Besonderheiten eines on Location Shootings einzugehen.

Kapitel 7 – Das Outdoor-Shooting

Und noch ein Praxiskapitel voll mit Erläuterungen (Brennweiten und deren Bildwirkung) und kleinen Tips, wie man z.B. einen Hensel Porty dazu bringt, bei Canon Kameras auf den zweiten Verschlussvorhang zu blitzen. Simple Lösung, funktioniert aber einwandfrei. Auch hier werden die Besonderheiten von einem Outdoor-Shooting aufgezeigt.

Kapitel 8 – Tipps & Tricks

Das letzte Kapitel im Buch. Hier geht es nochmal um das Team bzw. wie man die passenden Teammitglieder (Visagist/in, Assistent….) finde und eine Model Akquise aussehen kann. Ein kleines Photohop Workaround rundet das Kapitel ab.

Zum Buch Fashion Fotoografie selber

Das Buch macht haptisch einen hochwertigen Eindruck, die Texte sind klar strukturiert und einfach zu lesen. Der Autor macht keinen Hehl zu seinen favorisierten Blitzhersteller, was aber kein Problem darstellt. Die Fotos sind hochwertig produziert und ergänzen die Erklärungen des Autors in optimaler Weise.

Mein Fazit zum Buch “Fashion Fotografie” von Michael Gelfert :

Die aufwendig beleuchteten Fotos sind für die Bebilderung weit mehr als zweckmäßig und zeigen das Können des Autors als Fashion Fotograf – aber genau hier liegt auch der Hase im Pfeffer : Michael ist 100% Profi und zeigt daher auch nur Profi-Setups mit vielen Blitzen und aufwendiger Inszenierung – wer  einfache Setups mit Aufsteckblitzen a la Strobist sucht wird mit dem Buch sicherlich nicht glücklich werden, genau wie jemand, der grad erst mit der Fotografie bzw Lichtsetzung mittels Blitzen anfängt – Gelfert setzt einiges an fotografischem Wissen voraus.
Wer aber mal hinter die Kulissen eines Pro´s und seinen aufwendigen Settings schauen möchte oder gar selber auf dem Sprung in den Fashionbereich ist, dem kann ich das Buch nur empfehlen – zu lernen gibt es in diesem Buch mehr als genug. Die Setups sind wirklich erschöpfend erklärt und dadurch (das richtige Equipment vorrausgesetzt) auch im eigenen Bereich umsetzbar.
Auch der Teamgedanke wird in diesem Buch extrem nach außen getragen, was mir wieder einmal deutlich gezeigt hat, das ab einem gewissen Punkt man als fotoaffine Person (völlig egal ob aus Hobby oder als Beruf) alleine nicht mehr wirklich weiter kommt.

Was mir nicht so gut gefallen hat

Was ich bei Fachbüchern immer sehr oft vermisse ist ein kleines Bändchen (wie man es bei vielen Romanen findet), welches als Lesezeichen dient. Mag vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen wirken, ich finde das aber schon wirklich praktisch.

Zusammenfassend : Eine Kaufempfehlung, wenn des entsprenchende Grundwissen vorhanden ist und/oder man mal in den Profibereich schnuppern möchte.

Das Buch ist im mitp Verlag erschienen, kostet 39,95 und gibt es z.B. bei Amazon*.

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2 Kommentare zu Buch Rezension : Fashion-Fotografie von Michael Gelfert

  1. Pingback: Licht(in)former » [sticky] “Fashion-Fotografie” (Edition ProfiFoto)

  2. Alexander Spanke (9 comments) sagt:

    Lese das Buch gerade selbst und kann es ebenfalls nur empfehlen, vor allem Kapitel 3 über die Lichtformer ist mehr als nur hilfreich bei der Planung eigener Sets.

    Gruß
    Alex

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