Test : Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Im heutigen Testbericht möchte ich mal keine Festbrennweiten von Canon vorstellen, sondern ein Superzoom Objektiv (umgangssprachlich auch gern „Suppenzoom“ genannt) von Sigma vorstellen. Brauchbar oder nicht lautet hier die Frage.

Genauer gesagt geht es um das Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC*, welches zur Zeit sehr günstig angeboten wird und ich auch beruflich viel – und soviel sei vorab verraten – gerne nutze .

Lieferumfang Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Sigma-typisch bekommt man auch bei günstigen Objektiven ein Rundum-Sorglos-Paket. Neben den beiden Schutzdeckeln für Frontlinse und Bajonett gehört eine Streulichtblende (auch GeLi oder Gegenlichtblende genannt) selbstverständlich zum Lieferumfang dazu und muß nicht (wie z.B. den günstigen Canon Objektiven) extra gekauft werden.

Technische Daten Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Wie die Abkürzung DC im Namen schon vermuten lässt, ist das Objektiv für APS-C / Cropkameras gerechnet und auch nur an diesen verwendbar – erkennbar am weißen Punkt am Objektiv, der dieses als Linse mit EF-S Bajonett (nur für APS-C nutzbar) kennzeichnet.
Der Bildkreis eines Vollformatsensors wird nicht komplett abgedeckt und im Sucher zeigt sich ein deutlich erkennbarer schwarzer Rand, das sichtbare Bild selber ist kreisrund.

Das Superzoom von Sigma deckt einen Brennweitenbereich von 18-200mm ab, was man auch (wie bei Bridge und Kompaktkameras üblich) als „10x Zoom“ bezeichnen könnte. Umgerechnet auf das Kleinbildformat ergibt sich so bei einer APS-C Canon mit einem Cropfaktor von 1,6 ein Bildausschnitt von 29 – 320mm.

Das Sigma ist unten noch nicht ganz im Ultraweitwinkelbereich dafür aber oben rum schon mit ordentlichem Telebereich versehen worden.
Ein Bildstabilisator ist nicht vorhanden, man benötigt für eine hohe Ausbeute an scharfen Bildern bei 200mm mindestens eine Belichtungszeit von 1/200 (oder kürzer) – das ist grad in Gebäuden, bewölktem Himmel, diesigem Tag oder bei Dämmerung nur mit extremen hochdrehen der ISO möglich.

Das Superzoom ist nicht wirklich lichtstark und verfügt nicht über eine durchgehende Offenblende. Die kleinste Blende zeigt sich bei 18mm und beträgt 3.5 (24mm – 4.0 ; 28mm – 4.5 ; 38mm – 5.0 ; 72mm – 5.6 ) .
Eine Freistellung von Objekten ist durch die großen Anfangsblendenzahlen trotzdem bedingt möglich, erfordert aber ein wenig Hintergrundwissen und viel Platz. Portraits von Menschen gelingen von der Freistellung her am besten mit 200mm bei Offenblende, durch die Wahl einer langen Brennweite kann durchaus die fehlende große Offenblende (wie sie z.B. Festbrennweiten bieten) kompensiert werden.

Der Autofokus-Motor arbeitet leise und recht zügig, eine manuelle Fokussierung ist ebenfalls möglich (Schalter MF/AF am Objektiv)

Das Objektiv lässt sich bei 18mm mechanisch verriegeln, so das auch bei einer kopfüber-Tragweise des Objektives der Tubus nicht rausrutscht – bis jetzt habe ich ein Herrausrutschen auch ohne Verriegelung noch nicht feststellen können.

Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 62mm

Haptik Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Das Sigma fasst sich gut an und vermittelt (unter anderem Dank der Softbeschichtung) einen guten und soliden Eindruck – deutlich besser als teuere Objektive / Festbrennweiten von Canon und Nikon aus der – 500€ Klasse. Der Fokusring (bei manuellem Fokus) läuft meiner Meinung nach einen Tacken zu leicht, zeigt aber keinerlei Spiel.

Optische Leistung Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Ein Superzoom stellt IMMER einen Kompromiss aus Brennweitenbereich, Lichtstärke, Verzerrung  und Schärfe dar. Die optische Leistung lässt sich natürlich nicht mit KIT-Linsen oder gar den sehr guten L-Zooms oder Festbrennweiten vergleichen aber das ist auch gar nicht das Einsatzgebiet einer solchen Linse.

Das Sigma liefert schon bei Offenblende solide Ergebnisse, welche problemslos für Ausbelichtungen bis DIN A4 normale (Knipser-)Ansprüche zu frieden Stellen sollten. Wie andere Objektive auch nimmt die Schärfe (grad zu den Rändern hin) deutlich zu, wenn ein- bis zweimal abgeblendet wird.

Die Verzerrungen sind deutlich erkennbar, grad wenn grade Linien wie z.B. bei Archtiekturfotos üblich, fotografiert werden. Bei Landschaftsaufnahmen oder den üblichen Urlaubsfotos sind diese aber nur für ein geschultes Auge bzw genauerem Hinsehen (Horizont, Meeresoberfläche) erkennbar. Die Verzerrungen lassen sich aber problemlos am PC mittels geeigneter Software (wie z.B. PTLens) rausrechnen.

Kontraste und Farben gehen in Ordnung, wem es zu flau ist kann entweder im Menu der Kamera die Farben/Kontraste etwas anheben (bei Canon heisst das Picture Styles) oder aber nachträglich am PC die Sättigung und Kontraste leicht hochfahren.

Praktische Erfahrungen mit dem Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Ich benutze dieses Objektiv an einer Canon EOS 1000D* ausschließlich zu dokumentarischen Zwecken im Beruf. Ich fotografiere damit Versammlungen, Freisprechungen, Messeauftritte usw und muss sagen, das ein Superzoom hier voll seine Vorteile ausspielen kann.

Zum einen brauche ich nicht ständig das Objektiv wechseln (was zeitlich auch nicht immer möglich wäre), ferner brauche ich auch nicht viel in die Fototasche packen – EOS 1000D, Sigma 18-200mm und einen  Metz AF 48-1 – fertig. Das Ganze ist dabei sehr kompakt und leicht. Die Bildqualität ist dabei völlig ausreichend, die meisten Bilder dienen der Dokumentation bzw. werden max. in DIN A4 ausbelichtet oder in Web-Auflösung (800×600) im Internet/Intranet publiziert.

Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC – für wen geeignet?

Ein Superzoom ist ein Superzoom ist ein Superzoom… Egal, für welches Modell / Hersteller man sich entscheidet, die Kompromisse die man mit dem Einsatz eines solchen Objektives in der Preisklasse zwischen 200-700€ eingeht, bleiben immer die gleichen.

Der Fotofreak, Aufsteiger oder gar (Semi) Pro wird bei solch einem Objektiv aufgrund der Einschränkungen nur die Nase rümpfen, privat nutze ich auch nur Canon Festbrennweiten, da sie den besten Kompromiss aus Bildqualität, Lichtstärke und Kaufpreis bieten und grad in Sachenbildqualiät in einer ganz ganz anderen Liga spielen.

Also ein Objektiv, das eigentlich keiner braucht? Mitnichten, denn wer einfach nur Fotos über dem Niveau von Kompakt- und Bridgekameras (von Handyfotos will ich hier mal gar nicht sprechen) machen möchte, meist im grünen (Vollautomatik) Modus bleibt und im Foto einfach die Erinnerung an den letzten Urlaub / Geburtstag / Weihnachten etc. für sich und die Familie konservieren möchte (Ja,diese Leute gibt es tatsächlich, und das nicht zu knapp 😉 ) liegt mit so einem Objektiv goldrichtig.  Das Objektiv muss eigentlich nie getauscht werden und die Fototasche fällt dadurch recht klein aus.
In Verbindung mit einem kleinem Body wie der EOS 1000D ergibt sich so eine Kombi, die schon einiges an Bildqualität  (dank dem APS-C Sensor auch bei höheren ISOs) bei wenig Platz und geringem finanziellen Einsatz bietet. Ein Aufhellblitz ist mit an Bord, wer mehr braucht kann einen Aufsteckblitz nachrüsten.

Fazit Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

Wenn der Einsatzbereich stimmt und man mit den im Text genannten Einschränkungen leben kann, so ist das Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC wirklich ein gutes Allround Objektiv, das grade für den Preis (200€ bei Verfassen dieses Artikels) ein gutes Preis/Leistungsverhältnis darstellt.

Wer zu zittrigen Händen neigt oder aber gern Tiere in der Dämmerung bzw bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert, sollte aber schon ein Superzoom Objektiv mit Bildstabilisator* in Betracht ziehen, welches aber gut doppelt so teuer ist wie das hier vorgestellte.

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8 Gedanken zu “Test : Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3 DC

  1. nutze ich seit einem guten jahr und bin immer zufriedener damit. anfangs war ich mit der abbildungsleistung nicht so zufrieden, was sich aber als unvermögen meinerseits (ja, ich kann sowas auch übermich selbst sagen ^^) heraus stellte. aktuel hab ich die scherbe gut im griff. kann man mit arbeiten. 🙂
    zu dem preis auf alle fälle!

      • Da muss ich mal echt suchen, denn die Fotos, die ich damit mache sind halt eher dokumentarisch und alle reine JPGs. Ich kann mal welche machen, aber das wird dauern. Jetzt ist erstmal Umzug und Renovieren angesagt….

  2. Diese Superzoom Objektive haben bestimmt ihre Berechtigung, vor allem, wenn man Einsteiger ist und noch nicht weiss, welche Brennweiten einem liegen, oder wenn man möglichst wenig Ausrüstung mitnehmen will/kann.
    Ich persönlich konnte mich mit meinem 18-200mm nie richtig anfreunden. Das ist allerdings auch schon ein paar Jahre her und die Objektive sind inzwischen bestimmt auch besser geworden…

    • Wie gesagt, es kommt auf den Einsatz und die eigenen Ansprüche an. Ich behaupte mal, das es zig tausend Leute gibt, die mit nem Superzoom 100% zufrieden sind 😉

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