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Test : Olympus Aufstecksucher VF-2

[singlepic id=693 w=160 h=120 float=left]Die kleinen Olympus Micro-Four-Thirds Kameras wie zB die PEN Modelle erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit – verbinden sie doch extrem kompakte Bauweise mit der Freiheit von Wechselobjektiven und einer Bildqualität (bei den aktuellen Modellen) welche sich nicht hinter DSLRs zu verstecken braucht.

Was ich aber (als DSLR Nutzer) sofort bei meiner PEN E-PM2* vermisst habe, war die Möglichkeit, einen „richtigen“ Sucher zu benutzen – es gibt, wie für Kompakte üblich, nur das LiveView über den 3″ Touchscreen.

Olympus bietet jedoch seit einiger Zeit sogenannte Aufstecksucher (drei an der Zahl) für die Kompakt-Kameras an. Ich habe mich für den VF-2* entschieden, da er für mich die beste Wahl (da größte Auflösung) darstellt.

Aufstecksucher Olympus VF-2

Bei dem VF-2 handelt es sich um keinen optischen, sondern um einen elektronischen Sucher (wie der Olympus VF-3*, nur mit größerer Auflösung), d.h. im Sucher selber befindet sich ein kleines, aber mit 800×600 ausreichend auflösendes Display, welches das aktuelle Sensorbild via Liveview zur Verfügung stellt.

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Der Aufstecksucher wird, wie der Name schon sagt, auf den Blitzschuh der Kamera aufgesteckt. Verbindung nimmt der Sucher jedoch über den kleinen Portanschluss unter dem Blitzschuh auf.

Der VF-2 besitzt nur einen Knopf, welchen den Sucher einschaltet. Für Brillenträger ist sicher der Dioptrienausgleich  wichtig, welcher das Weglassen der Sehhilfe beim Blick durch den elektrischen Sucher ermöglicht. Der Sucher kann bis zu 90° angewinkelt werden und ermöglicht so auch problemloses Fotografieren aus den ungünstigsten Kamerapositionen heraus.

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Ist der Sucher erst einmal aktiviert, zeigt er ein helles und kontrastreiches Sucherbild, in welches je nach Gusto sich diverse Informationen (Iso, Blende, Verschlusszeit, Live Histogramm, Sucherlupe etc) einblenden lassen.
Freunde von rein manuellen Objektiven werden den Sucher schnell in ihr Herz schließen, ermöglicht er doch eine deutlich bessere Einstellung des manuellen Fokus als über das Display.
Generell macht mir die Bildkomposition durch einen Sucher mehr Spaß als mittels Display, ich arbeite einfach konzentrierter – Scheuklappeneffekt quasi 😉

Pro VF-2

  • helles und kontrastreiches Sucherbild
  • keine Probleme bei sehr hellen Licht mit der Ablesbarkeit da „Tunnelblick“
  • Display zeigt das Foto so, wie es der Sensor aufnehmen wird (inkl Belichtungskorrektur, Schärfentiefe etc)
  • Sucher 90° schwenkbar – toll für zB Makrofotos auf Bodennähe
  • wirkt bei schlechtem Licht wie ein Restlichtverstärker und dadurch mehr Sicht als bei einem optischen Sucher
  • alle wichtigen Daten immer im Blick
  • manuelles Fokussieren wird zum Vergnügen

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Contra VF-2

  • Blitzschuh wird belegt und kann nicht anderweitig benutzt werden
  • wirkt nicht unbedingt „eins“ mit der Kamera
  • sitzt meines Erachtens zu locker auf der Kamera
  • etwas hoch angesetzter Preis

Mein Fazit zum Olympus VF-2

Auch wenn der stolze Preis abschreckend wirkt, kann ich für Freunde des manuellen Fokussierens/der Makrofotografie den Sucher uneingeschränkt empfehlen, der Zugewinn ist deutlich. Bessere Fotos macht die Kamera dadurch nicht, aber möglicherweise der Fotograf ;-).
Bei dem Olympus VF-2* entscheiden ganz klar die persönlichen Vorlieben des Fotografen, ob dieses kleine Zusatztool Sinn macht oder nicht. Am besten man schaut sich den Sucher einfach mal an und wägt persönlich ab, ob die Investition lohnt.

PS: Leica bietet für seine Kompaktkamera X2 ebenfalls einen elektronischen Aufstecksucher an, welcher auf den Namen EVF2 hört. Schaut man sich das Teil genauer an, kommt schnell der Verdacht auf, das es sich um den hier getesteten Olympus Sucher handelt (nur mit anderem Aufdruck). Und siehe da, lt diverser Internet-Foren scheint auch der Olympus VF-2 problemlos mit der X2 zu funktionieren.
Einzige Unterschiede : Der Aufdruck und der Preis : der VF-2* kostet ca. die Hälfte von dem, was Leica für den EVF2 aufruft.

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