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Quicktest : Photoshop Elements 8.0

Programme für die Bildbearbeitung gibt es wie Sand am Meer. Sieht man von den reinen RAW-Konvertern mal ab, bleiben immer noch einige Programme über, die von kostenlos (Gimp) bis mehr als 1000€ (Adobe Photoshop) gehen.

Der Branchenprimus ist und bleibt aber Photoshop, gefühlte 99% aller Tutorials (und fast alle Zukauf-PlugIns von Nik, Topaz, OnOne etc), die man im Internet findet, drehen sich um das Adobe Produkt, welches in den nächsten Wochen in der Version CS5 erscheinen soll. Nur braucht man wirklich das “große” Photoshop?

Ich sage absichtlich “groß”, denn Goliath (Photoshop) hat auch einen Brunder namens David (Photoshop Elements
*), welcher für rund ein Zehntel des Preises von Goliath (knapp 100€, ab und zu auch im Angebot für unter 70€)  über den Ladentisch geht.

In diesem Artikel will ich grob mal die (aus fotografischer Sicht) Unterschiede ansprechen und wo Adobe beim kleinen Bruder gegenüber dem großen Photoshop an Funktionen gespart hat und in wie weit das für den (Hobby-)Fotografen zum Tragen kommt.

Mein Photoshop Elements Testmuster wurde mir freundlicherweise mit einem Amazon Gutschein von Gutschein-Codes.de zur Verfügung gestellt.


Hier nun meine Übersicht – aufgrund des Funktionsumfangs ist es mir aber nicht möglich, alle Unterschiede aufzuzählen – ich nenne hier mal die (in meinen Augen) wichtigsten Unterschiede (und auch Gemeinsamkeiten)

RAW KONVERTER
Photoshop (PS) wie auch -Elements (PSE) nutzen beide “Adobe Camera Raw” in der aktuellsten Version, welche auch (anders verpackt und modifiziert) in Lightroom zur Anwendung kommt. Wer ACR von PS her kennt, dem fällt sofort auf, das bei ACR in PSE ordentlich abgespeckt wurde. In PSE sind die ersten drei Reiter (Grundeinstellung, Details und Kamerakalibrierung) vorhanden, aber der Rest wurde einfach weggelassen.

FARBMODUS
PSE kann wie auch PS 16Bit Dateien mit größerem Farbraum verarbeiten. Leider finden sich hier viele der Einschränkungen gegenüber PS, denn Adobe hat einen Großteil der Filter und Funktionen für die Verarbeitung von 16Bit Dateien deaktiviert (ausgegraut), die Ebenenverwaltung wurde fast kompl deaktiviert. So können zwar die Dateien grob bearbeitet werden, für eine tiefgehende Änderung muss das Bild aber in den 8Bit Modus konvertiert werden. Aber nur so am Rande, Scott Kelby (Autor vieler Bücher und DVDs) arbeitet bis auf wenige Fotos immer im 8Bit Farbraum…

PLUGINS
Soweit mir bekannt funktionieren alle Plugins namenhafter Hersteller (Nik, Topaz, OnOne etc) auch bei PSE. Ein Test mit Nik Color Efex (Testversion) ergab, das dieser Filter kompl in 16Bit arbeitet.

AKTIONEN
PSE kann von PS CS3 erstellte Aktionen abspielen, logischerweise aber nur mit Funktionen, die auch in PSE integriert bzw aktiv sind (siehe Farbmodus)

ANDERE EINSCHRÄNKUNGEN
Die bekanntesten Einschränkungen von PSE (und auch die, die man als erstes vermisst) sind die fehlende Gradiationskurve sowie das kompl. Fehlen von Ebenenmasken. Hier kann man sich aber mit Tricks (Ebenenmasken) sowie Zusatzprogrammen (Gradationskurven, Ebenenmasken).
Mittlerweile gibt es auch Programme, die nachinstalliert werden und so weitere (abgeschaltete) Funktionen in PSE wieder aktivieren bzw. hinzufügen. Die gängigsten Vertreter sind hier “Elements+” (12$, ca 10€) sowie “Grand Tools” (kostenlos). Wer den Links folgt, findet dort auch umfangreiche Angaben, was Elements an Funktionen gegenüber den Originalzustand gewinnt.

SONSTIGES
PSE verfügt über viele Automatikfunktionen, die grade den Einsteiger (die Hauptzielgruppe von PSE) viel Arbeit abnimmt, und das macht sie für eine Automatik erstaunlich gut. Auch bietet PSE eine gut funktionierende HDR Funktion und ist in der Lage, mehrere Bilder zu einem zu verschmelzen (Photomerge).PSE bringt weiterhin die Möglichkeit mit, die eigenen Fotos zu organisieren und zu verschlagworten. So ist eine schnelle Übersicht der eigenen Fotos garantiert.

Wer im Internet ein wenig rumschaut, findet viele Tutorials für PSE, unter anderem bei FotoTV, Adobe und Youtube.

FAZIT
PSE ist doch weitaus mehr als eine LowBudget Bildbearbeitung. Grad wenn man ein Zusatztool wie Elements+ installiert, ist es ein mächtiges Werkzeug, das für den Preis einen guten Gegenwert bietet, auch in Hinblick auf die RAW Entwicklung. Sicherlich gibt es Einschränkungen gegenüber PS, was auch das zehnfache von PSE kostet und das ist auch ok so. Grade die vielen Autofunktionen und (im Gegensatz zu PS) stark vereinfachten Funktionen machen den Einstieg in die elektronische Bildverarbeitung und – manipulation für Anfänger super einfach.
Was aber gar nicht geht ist die stark eingeschränkte Unterstützung des 16Bit Modus. Da zeigt die Konkurrenz (PaintShop Pro Photo X3), das eine kompl. Integration von 16Bit in der Preisklasse keine Hexerei ist.

Für unentschlossene gibt es natürlich (wie auch vom großen Photoshop) eine Testversion bei Adobe zum Download, welche 30 Tage lauffähig ist.

Hinweis : Im aktuellen c´t Sonderheft gibt es einen großen Artikel über PSE, auf der Heft CD befinden sich viele PlugIns, zudem eine Spezial Edition von Elements+ sowie 4 Stunden Videotutorials von Video2Brain über PSE.

* Affiliate-Link (Ich bekomme bei Kauf eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr)

4 Gedanken zu „Quicktest : Photoshop Elements 8.0

  1. Nutze zuhause PS CS3 und unterwegs PSE 6 was vollauf genügt. Im Gegenteil, sollte ich mein CS3 mal updaten wollen (wo ich nur einen kleinen Teil der Funktionen nutze) dann vermutlich auf eine neue Version von PSE. Das mit den Plugins kann ich bestätigen, nutze Silver Efex, das ich mir für CS3 beschaffte, unter PSE 6 und es läuft problemlos.

  2. Hallo,
    ich habe mir vor ein paar Tagen die Testversion von Elements 8 heruntergeladen, vor allem wegen der HDR Funktion.
    Ist das jedoch auch schon bei der Testversion funktionsfähig? Habe nämlich das Problem, dass die fertigen HDr bilder bei mir nicht abgespeichert werden ?!.
    VG
    Melanie.

    • Hallo Melanie,
      soweit mir bekannt ist die Testversion 100% lauffähig (für 2 Wochen) – Einschränkungen sind mir soweit nicht bekannt. Evtl musst du das Bild noch auf 8Bit Farbe umstellen, damit du es abspeichern kannst. PSE mag keine 16Bit Dateien (leider)

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