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Fotozeitschriften = Einheitsbrei ?

Ich war Anfang der Woche dienstlich im mittleren Teil Deutschlands unterwegs. Da die An/Abreise per Zug insgesamt 13 Stunden Waggon-Aufenthalt bedeutete, habe ich mich mal wieder dazu verleiten lassen, drei Fotozeitschriften zu erwerben.

Eine davon ist die aktuelle c´t Spezial, über die ich aber noch später kurz berichten werde.

Die beiden anderen sind Fotozeitschriften großer Verlage (einmal aus dem mittleren und einmal aus dem unterem Preissegmet), wie sie jeden Monat den Markt überschwemmen und sich eigentlich nur vom Titelblatt und dem Preis unterscheiden. Deshalb habe ich schon vor Monaten aufgehört, mir solche Magazine zu kaufen

Stimmt das denn so noch?

Ich musste feststellen : Leider ja 🙁

Würden die Magazine nicht (wie oben schon erwähnt) unterschiedliche Titelblätter und Preise haben, könnte man meinen des es sich um die gleiche Publikation handelt, nur mit einer anderen Artikel-Reihenfolge. Der Anteil an Tips/Tricks rund um die Fotografie / EBV (der Grund warum ich mir eigentlich damals die Zeitschriften gekauft habe) ist IMO immer noch zu gering.

Um das Ganze mal in Zahlen zu fassen habe ich mich mal hingesetzt und genau geschaut, ob das mit dem Tips/Tricks Anteil wirklich so ausschaut oder ich das nur so empfinde. Die folgenden Angaben sind Prozentangaben und beziehen sich auf die Gesamtseitenzahl des Heftes :

Zeitschrift A

  • 14% Werbung
  • 35% Neuvorstellung / Tests / Kaufberatung
  • 24% Tips/Tricks

Zeitschrift B

  • 13% Werbung
  • 40% Neuvorstellung / Tests / Kaufberatung
  • 14% Tips/Tricks

Die restlichen Prozent verteilen sich auf Abo-Werbung, Gewinnspiele, Fotografenportfolios, Impressum und Editorial usw.

Während Zeitschrift A noch ein (für mich) recht akzeptables Verhältnis der unterschiedlichen Gewichtungen hat, zeigt Zeitschrift B klar, das es nur als „Werbeblättchen“ der Industrie fungiert und die für mich relevanten Themen einfach zu kurz kommen lässt. Ich war aber überrascht, wie gering der Prozentanteil der Werbung ausgefallen ist. Vom rein anschauen der Zeitschrift her hätte ich spontan auf 25-30% getippt.

Mein persönliches Fazit :
Sollte ich nicht grade wieder einige Stunden im Zug sitzen, sehe ich keinerlei Gründe, mir eine monatlich erscheinende Fotozeitschrift zu kaufen, da mir persönlich einfach zu wenig sinnvolles vermittelt wird.
Und mal ganz ehrlich, selbst wenn eine neue Kamera anstehen würde, wäre auch da das Internet die erste Informationsquelle für mich.

9 Gedanken zu „Fotozeitschriften = Einheitsbrei ?

  1. Ich versteh das auch nicht, warum sich diese Magazine überhaupt dauerhaft halten können. Stand letztens auch frustriert in der Bahnhofsbuchhandlung und bin irgendwann enttäuscht – und ohne Fotomagazin – wieder rausgegangen.

    Den Rest des Zwischenstops habe ich Fotos in der Cafeteria gemacht. Das hat sich mehr gelohnt.

  2. Du schreibst, (und hast statistisch analysiert), was ich mir schon länger denke, es gibt nur 2 Zeitschriften, die ich mir überhaupt noch kaufe und habe letzthin gestaunt, dass ich ein 10 Euro – Magazin in 20 Minuten gelesen hatte, weil ich weder die Tests und nur sehr selektiv Neuigkeiten gelesen hatte …

    Das einzige Magazin, dass da meiner Meinung nach einen eigenen Weg geht, ist das fotocommunity-Magazin. Das hat wirklich sehr viel gute Bilder drin und ich freue mich jedesmal darauf, wenn die 3 Monate Wartefrist vorbei ist. (Hab darüber mal geblogt.)

    lg ben

    • Danke für die Antworten….
      Das Thema scheint ja tatsächlich viele Leute zu beschäftigen. Ich habe mir jetzt noch die aktuelle c´t Sonderausgabe gekauft, welche mit knapp 9€ zwar deutlich teuerer, aber auch für mich mit viel Inhalt vollgepackt ist. Zum besseren Vergleich hier mal die Daten der c´t – 11% Werbung, 39% Neuvorstellung / Tests / Kaufberatung etc. und 41%(!!) Tips/Tricks. Damit kann ich gut leben und ich hatte auch richtig viel zu lesen…

  3. Ich stimme Dir/Euch voll und ganz zu. Aber da es anscheinend genug Foto-Interessierte und Möchtegern-Fotografen tiefer gehende Kenntnisse über Fotografie gibt, werden diese Zeitschriften aber wohl weiterhin gut verkauft werden 🙂

    Ich lese die „Photographie“, das ist aus meiner Sicht das einzige Fotomagazin mit etwas Stil und Niveau.

    Grüße
    Nico

  4. Auch ich habe es mit einigen Zeitschriften zwischendurch versucht, auch die „Photographie“ und fand alle spätestens beim zweiten Heft langweilig.
    Alles das, was eine Fotozeitschrift kann, kann das Internet 1000x besser und wird dabei nicht von der Fotoindustrie gesponsert. Und der hundertste Test der Canon (!!) 450D ist einfach langweilig..
    Das Thema Zeitschrift hat sich bei mir erledigt..

    M.

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