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Tips für gute Hundefotos

Vor gut zwei Wochen hatte ich ein Hundeshooting und es zeigte sich mal wieder wie wichtig die richtigen Einstellungen an der Kamera sind.

Die Hundefotografie sollte man generell in zwei Kategorien unterteilen, einmal in “Stills” und einmal in “Action”

1) Stills

Der Hund sitze/liegt/steht  still –  es gelten die gleichen Regeln wie bei normalen Portraitfotos. Durch die feste Position des Hundes kann auch gezielt mit Licht gearbeitet werden, Blitzlicht- und oder Reflektoreinsatz sind problemlos möglich.

2) Action

Die eigentliche Herrausforderung; hier gibt es schon weitaus mehr zu beachten

  • Licht : Wenn man Hunde in Action und in freier Wildbahn fotografieren möchte, ist gezielte Lichtsetzung so gut wie unmöglich. Hier gilt es die natürlichen Gegebenheiten zu nutzen. Optimal ist bewölkter Himmel, das Licht ist dann immer schön weich.
    Scheint die Sonne, sollte man (sofern möglich) die Fotos im Schatten machen. Die durch die Sonne hervorgerufenen extremen hell/dunkel Unterschiede führen schnell zu ausgefressenen Lichtern oder abgesoffenen Tiefen. Auch kommt es zu extremen Schwankungen der Kameraeinstellungen, da je nach Helligkeit die Kamera (je nach Modus) immer Blende, Verschlusszeit und ISO nachregeln muss. Passt man nicht auf, sinkt die Verschlusszeit und die Gefahr, das Foto zu verwackeln, steigt.
  • Objektive : Objektive mit schnellem AF sind von Vorteil, auch sollte aufgrund der Strecken, die der Hund beim Tollen zurücklegt, ein großer Brennweitenbereich abgedeckt werden. Ein 70-200 (mit möglichst hoher Lichtstärke)  ist hier sicherlich die richtige Wahl. Hat man genug Pixelreserven, kann man durchaus auch kleinere Brennweiten nehmen und die Fotos später am PC beschneiden/freistellen.
  • Kameramodus : Wer sich nicht wirklich mit seiner Kamera auskennt, sollte den “P” Modus nehmen. Die Kamera wählt alles, was sie braucht, automatisch – Nachteil ist aber, das man auf das entgültige Foto nur bedingt Einfluss nehmen kann. Auch kann ein schnelles Umschalten in den “P” Modus eine unerwartete Situation bestens festhalten, da man nur noch draufhalten und auslösen muss.
    Da ich ein Fan von Offenblende bin, nutze ich selber den AV Modus (Zeitautomatik) und stelle die Blende (je nach Objektiv) auf 2.8 oder 4 ein (ergibt auch eine sehr schöne Freistellung vom Hintergrund). Die ISO passe ich soweit an, das ich mit der Verschlusszeit immer ungefähr doppelt so hoch liege wie meine maximale Brennweite beträgt. Soll heißen, nutze ich ein 70-200mm, sehe ich zu das die Verschlusszeit bei 1/400 und schneller liegt. Durch die hohen Verschlusszeiten friere ich auch gleichzeitig das Motiv (den Hund) ein.
    Was aber machen, wenn dieses “einfrieren” für den persönlichen Geschmack zu statisch wirkt? Ganz Einfach : durch die Nutzung des TV Modus (Blendenautomatik) an der Kamera kann man seinen Fotos geziehlt Dynamik verpassen, z.B durch sogenannte Mitzieher. Der Hund wird (je nach Verschlusszeit mehr oder weniger) scharf dargestellt, der Hintergrund verschwimmt aber in Bewegungsunschärfe. Das vermittelt dem Betrachter des Fotos auf Anhieb ein Gefühl von Geschwindigkeit. Eine gute Ausgangsverschlusszeit ist 1/30 Sekunde, die dann nach Belieben verlängert oder verkürzt werden kann.
  • Autofokus : Da wir ein sich bewegendes Objekt fotografieren wollen, muss die Kamera in der Lage sein, den Autofokus selber nachzuführen – bei Canon heisst diese Autofokus-Funktion “AI-Servo”
  • Serienbildmodus : Bedingt durch den schnellen Hund sitzt nicht bei jedem Foto die Schärfe da, wo sie sein soll (auch moderne USM Objektive kommen bei Tieren mit unvorhersehbaren Aktionen schnell an ihre AF Nachführgrenzen). Bei Actionfotografie kommt man über die Masse an brauchbare/scharfe Fotos. Also den Serienbildmodus an der Kamera aktivieren und den Verschluss ordentlich arbeiten lassen.
    Die Wahrscheinlichkeit, das bei einer Sequenz von 10 Fotos ein Brauchbares dabei ist ist deutlich größer als wenn ich nur 1-2 Fotos von einem Moment schieße. Merke: je mehr, desto besser.

Generelle Tips für gute Hundefotos :

  • Es vereinfacht das Shooting ungemein, wenn der Hund sich in seiner gewohnten Umgebung bewegt. Das heisst, ihr müsst zum Besitzer hinfahren und dort fotografieren. Ist die Umgebung für den Hund neu, kann das mitunter Stress verursachen, was auf den Fotos mitunter deutlich zum Ausdruck kommen kann.
  • Bei Actionfotografie ist ein hoher Ausschuss an verwackelten/unscharfen Fotos völlig normal. Grad am Anfang sollte man davon ausgehen, das von 10 Fotos ein gutes (scharfes) dabei ist, die restlichen gehen in den virtuellen Papierkorb.
  • Bei Sonnenschein öfters mal das Histogramm checken (ganz rechts) damit ausgefressene Lichter vermieden werden können.
  • Immer in RAW schiessen, da es einfach den meisten Bearbeitungsspielraum bietet. Ausgefressene Lichter (pralle Sonne, siehe weiter oben) lassen sich damit auch bis zu einem bestimmten Grad wieder herstellen.

9 Gedanken zu „Tips für gute Hundefotos

  1. Hi,
    ein toller Bericht zur Hundefotografie.
    Ich selbst habe auch zwei Hunde und bin schon des Öfteren daran verzweifelt, meine beiden “Racker” in Aktion zu shooten. Ich werde deine Tipps als Anlass nehmen um zu probieren. Danke.
    Gruss Alex

  2. …wirklich ein toller Bericht!!!
    Soll die Hunde von meiner Cousine fotografieren…
    Ich hab zwar nen Fotokurs belegt und übe und lerne ständig, aber Tierfotografie ist wirklich eine schwere Sache.
    Dank deinen Bericht freu ich mich jetzt schon richtig sehr darauf 🙂

    Danke

    • Hallo Sylvie,
      schön das ich dir weiterhelfen konnte. Wirst sehen, alles nicht so wild.
      Und nicht zu zögerlich mit dem Auslösen sein – aussortieren kannst später immer noch und der Ausschuss ist bei so etwas eh recht hoch. Daher lieber 100 Fotos mehr als zu wenig 😉

  3. Pingback: Die schönsten Hundefotos : Issn' Rüde!

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