Zeit für Änderung – Hallo Huawei P30 Pro NE

Schon seit längerer Zeit schiele ich immer etwas neidisch auf die Huawei-Nutzer, welche seit dem P20 Pro am Smartphone über eine Kamera mit echten Zoom verfügen. Natürlich ist die Kamera von meinem iPhone 11 auch sehr gut, aber mehr geht bekanntlich immer 😉

iPhone 11 mit Otterbox-Hülle

Dazu kommt die Preisschraube, welche bei Apple leider nur eine Richtung kennt. Sicher, das iPhone gibt es immer bei Vertragsverlängerung für einen überschaubaren Betrag, aber im Vergleich zu einem Huawei (welches ich für 1 Euro bekomme) ist es doch mit gut 350 Euro eine Menge Geld. Warum also nicht mal schauen, wie sich ein aktuelles Oberklasse-Handy aus Fernost mit Android-OS im Alltag macht ?

Öfters mal was Neues ?

Ursprünglich wollte ich das Huawei P40 Pro nehmen, durch die Zankereien zwischen Huawei/China und den USA gibt es die aktuellen China-Smartphones leider nur ohne Google Dienste, welche ich (zumindest aktuell) einfach nicht missen möchte. Also dann kein P40 Pro für mich. Snief.

Ja klar, es gibt Workarounds im Netz, um die Google Dienste auch auf dem P40 Pro zum laufen bringen zu können, aber auf Bastellösungen habe ich so gar keine Lust. Wie wäre es dann also mit dem Vorgänger ?

Das Huawei P30 Pro wurde als NE (für New Edition) ** neu aufgelegt, viel geändert hat sich zum ursprünglichen P30 Pro nicht, aber es gibt jetzt 256GB Speicher, welche sich nochmal mittels spezieller Huawei Speicherkarte vergrößern lassen. Also direkt das immer noch sehr gute P30 Pro NE gekauft. Da ich für meinen Junior sowieso einen kleinen Handy-Vertrag abschließen wollte, gab es das P30 Pro New Edition für gut 35 Euro einmalig dazu. Also keine große Ausgabe und selbst wenn ich im September dann doch wieder ein iPhone bestelle, kann ich es noch mit Gewinn verkaufen oder als Ersatzgerät in den Schrank legen.

Achja, eine SmartWatch und eine Waage von Huawei gibt es dank aktueller Aktion auch noch mit dazu, zwar nicht automatisch, aber die Registrierung für diesen Bonus ist easy und die Sachen sollten bald hier eintrudeln.

Apple iPhone 11 vs Huawei P30 Pro ?

In diesem Artikel (und den eventuell folgenden) geht es mir nicht um Markenbashing (ich nutze Apple seit dem iPhone 4 und habe ein Huawei Notebook), nicht um besser/schlechter sondern darum, welches Smartphone für meine Bedürfnisse besser passt. Von daher ist es ein sehr subjektiver Vergleich in Punkten, die ich bei einem Smartphone als wichtig empfinde.

UnBoxing

Das Huawei P30 Pro kommt in einer unspektakulären Box daher und erinnert ein wenig an einen iPhone Karton. Neben dem Smartphone legt der Hersteller noch ein USB-C Headset mit dazu, sowie natürlich ein Ladegerät samt USB-A auf USB-C Kabel.

Ladegeschwindigkeit

Und damit wäre ich schon beim ersten Punkt, den ich beim P30 Pro einfach sexy finde – out of the Box kann das mitgelieferte Schnell-Ladegerät (Huawei nennt es SuperCharge) den Akku des P30 Pro in gut 30 Minuten von 0 auf 63% laden. Zwar gibt es von Apple auch ein Schnellladegerät, dieses liegt aber nur den 11 Pro Modellen bei (und müsste beim kleinen 11er extra gekauft werden). So bleibt es mit dem mitgelieferten Ladegerät bei mageren 16% nach 30 Minuten.

Migration der Daten

Die Migration der Daten vom iPhone auf das P30 Pro ging eigentlich (warum eigentlich, schreibe ich gleich) gut und unkompliziert, einfach auf beiden Telefonen die kostenlose Huawei App “Phone Clone” installiert und die App hat den Rest gemacht, was allerdings knapp 2 Stunden gedauert hat – es wurden aber auch gute 35 GB Daten übertragen inkl. Fotos und Videos.

Warum denn jetzt “eigentlich” ? Weil die Übertragung der WhatsApp Chatprotokolle (inkl Fotos und Videos) eine echte Qual war und ich dazu noch “gezwungen” war, 6,99 Euro im Playstore zu lassen. Während die App, um die WhatsApp Protokolle aus einem iTunes Backup zu extrahieren, umsonst ist, kostet die App zur Migration in Android leider Geld. Aber hilft ja nüscht, also die App gekauft.

Leider brauchte es diverse (und nervenaufreibende) Anläufe, bis nach gut 3,5 Stunden WhatsApp im gleichen Zustand war wie auf dem iPhone.

Und was ist mit Apps ?

Apps ist ein gutes Stichwort, alle meine wichtigen Apps, welche ich auf dem iPhone nutze, gibt es auch für Android, sogar meine bevorzugte (und absolut empfehlenswerte) Email App “Spark” .

Da es mittlerweile auch Apple Music für Android gibt, kann ich mein Abo weiter nutzen und muss nicht auf andere Dienste ausweichen. Top!

Die Haptik im Vergleich

Finde ich bei beiden Smartphones sehr gelungen. Das P30 Pro wird ab Werk (vorbildlich!) mit einer Schutzfolie ausgestattet, welche aber einen nur kleinen, dennoch deutlich fühlbaren Absatz zaubert, was der verwöhnten Hand so gar nicht schmeicheln will.

Das iPhone liegt meiner Meinung nach etwas besser in der Hand, die Rückseite ist nicht so glatt wie beim P30 Pro. Ansonsten gibt es für mich absolut nichts zu meckern, einziges weitere Manko (wofür Huawei aber nichts kann) ist das Problem, das es von Otterbox keine Hülle gibt – und ich habe meine Otterbox-Hüllen echt schätzen gelernt, so oft mir die iPhones (zum Glück ohne Konsequenz) aus der Hand gerutscht sind.

Eine Hülle für das P30 Pro ist von der Firma SupCase** bestellt und ich bin gespannt,wie die Hülle sich in der Praxis schlägt.

Display

Ich habe die Diskussion um das Display des “kleinen” iPhone 11 nie verstanden, für mich ist es scharf , ausreichend auflösend und auch die Farben passen. Also alles in Butter.

Das Display vom P30 Pro+ ist etwas größer, hat eine höhere Auflösung (FHD+ statt FHD) und bietet ebenfalls tolle Farben und Kontraste. Der Weißpunkt ist individuell einstallbar, was ich aber nicht nutze. Beide Displays sind auch für den grellen Sonnenschein hell genug ABER beim iPhone nervt mich ein Software-Bug, welcher mich schon seit längerer Zeit ärgert. Das iPhone reduziert ohne erkennbaren Grund zwischendurch einfach die Helligkeit (obwohl auf manueller Einstellung) und ist dann auch nicht heller zu bekommen. Das nervt extrem (gerade in der Sonne).

Was aber auffällt, ist der Schwarzwert der beiden Telefone. Während beim iPhone ein IPS Display zum Einsatz kommt, welches “Schwarz” als Farbe darstellt, besitzt das Huawei P30 Pro ein OLED Display, d.h. die Pixel, die “Schwarz” anzeigen sollen, werden einfach abgeschaltet. Das bedeutet ein tieferes Schwarz als beim iPhone und dazu spart es auch Strom.

Mich hat es beim iPhone nie gestört, nur im direkten Vergleich fällt es halt auf, dass das “Schwarz” vom P30 Pro einfach tiefer und satter ist.

Empfang

Ich habe keinerlei Messungen durchgeführt, aber bei Freunden, wo das iPhone 11 im Garten immer von LTE zu Edge hin und her gesprungen ist, bleibt das Huawei im LTE Netz ohne Probleme. Daher bin ich mal so mutig zu behaupten, das zumindest im Telekom Netz das Huawei den besseren Empfang hat.

Sicherheit

Beide Smartphones können via Code geschützt werden, das iPhone 11 kann zudem mit dem Gesicht (FaceID) entsperrt werden.

So eine Art Face-Unlock bietet das Huawei auch, aber aktuell nutze ich den im Display integrierten Fingerabdruck-Sensor, welcher erstaunlich gut und schnell funktioniert.

Warum keine Gesichtserkennung? Die letzten Monate habe ich mich beim iPhone immer dann über FaceID geärgert, wenn ich coronabedingt eine Maske tragen musste, dann geht es nur über den Code. Da ist ein Fingerabdrucksensor (den das iPhone 11 nicht bietet) deutlich angenehmer.

Auf jeden Fall habe ich bei beiden Smartphones ein gutes Gefühl, was die Sicherheit betrifft. Wie es aussieht, wenn ein Fachmann versucht, an die Daten heranzukommen, kann ich natürlich nicht sagen.

Was ich allerdings beim Huawei vermisse, ist der Zugriff auf “meinen” Apple-Schlüsselbund, wo alle meine Passwörter geräteübergreifend gespeichert sind. Da musste ich einiges händisch übertragen und es kommen immer noch wieder welche dazu. Eine Art Password-Safe bietet jedoch auch das Huawei ab Werk.

Die Bedienung

Hier geht es gar nicht um besser oder schlechter, die Bedienung der Smartphones ist (ähnlich wie bei Kameras unterschiedlicher Hersteller) einfach eine Gewöhnungssache.

Glücklicherweise orientiert sich Huawei mit seiner EMUI Oberfläche von den Gesten sehr an den Apple-Geräten (ein Schelm, der böses dabei denkt), so dass die nötige Umgewöhnung eher überschaubar ist.

Den Power-Schalter finde ich als Umsteiger beim Huawei eher ungünstig positioniert, er sitzt direkt unter dem laut/leise Tastern und wird von mir öfters ungewollt betätigt, als mir lieb ist. Das nervt schon und eine andere Platzierung wäre doch wünschenswert gewesen.

Die integrierten Lautsprecher

Da hat das iPhone doch klar die Nase vorn. Zwar bieten beide Smartphones genug Lautstärke, das iPhone punktet jedoch mit Stereo-Sound. Der Klang des P30 Pro ist auch gut (und ausreichend laut), aber ich verdecke immer ungewollt den Lautsprecher beim Halten und dann wird es blitzartig dumpf bzw still, was doch irgendwie nervt.

Die Performance von CPU und GPU

Ich habe mal GeekBench 5 auf beiden Geräten durchlaufen lassen und bin zu folgenden Ergebnisse gekommen :

Single CoreMulti CoreCompute
iPhone 11 / iOS 13.2132332977324
Huawei P30 Pro NE / Android 1068724343236
Klare Sache – das iPhone deklassiert das Huawei in allen Disziplinen

Das ist aber nur die Theorie (wenn auch ein klarer Gewinn für das iPhone, welches das Huawei geradezu deklassiert). In der Praxis verhält sich das P30 Pro bei der täglichen Nutzung genauso flink und smooth wie das iPhone, und am Ende das Tages ist es, das was für mich zähl, gerade als Nicht-Handygamer.

Obwohl… Stop. Bei Lightroom Mobile merkt man die geringere Power des Huawei P30 Pro schon, erst recht, wenn viele Änderungen auf das Bild angewendet werden, es dauert einfach länger. Hier macht sich die besserer Performance vom iPhone dann doch fühlbar bemerkbar.

Die verbauten Kameras

Für einen Vergleich der verbauten Kameras werde ich noch einen separaten Artikel schreiben, der Vollständigkeit halber möchte ich jetzt schon erwähnen, dass das Thema Video beim iPhone teilweise besser umgesetzt wurde. Auf jeden Fall ist das P30 Pro meine erste Leica (lol) und die Fotofunktion war wie bereits erwähnt der Hauptgrund das P30 Pro mal auszuprobieren.

** = Amazon Affiliate Link

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Also überlegt, welche lowbudget Optionen es gibt – ist ja erstmal nur ein Test. Der Markt bietet so einige Objektive (teilweise als Fisheye) für das Micro FourThirds System, aber alle Möglichkeiten starten so bei 200 Euro, was mir zu teuer war.

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