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Canon EOS 5D – Die Nachteile

Im März letzten Jahres (…wie doch die Zeit vergeht….) hatte ich meinen Systemwechsel vollzogen und bin von der Nikon D200 auf die Canon EOS 5D umgestiegen – ein Wechsel, den ich bis jetzt keine Sekunde bereut habe.

Aber mittlerweile habe ich hier und da doch einige Schwachpunkte der “alten Dame” 5D gefunden.

Und falls jemand der Leser hier mit dem Gedanken spielt, sich auch eine 5D zu holen (für den Preis meiner Meinung immer noch eine absolute Kaufempfehlung) möchte ich einmal die Nachteile vom Body zusammenfassen:

  • Autofocus : Der Autofocus ist fix und trifft immer – leider nur beim mittleren Feld (und den AF Servo Hilfsfeldern). Sobald man jedoch die äußeren Felder anwählt, wird der AF unzuverlässig und der produzierte Ausschuss an unscharfen Fotos steigt. Bei meiner Cam sind die äußersten Felder (also ganz links bzw ganz rechts) unbrauchbar, der AF pumpt nur so vor sich hin und trifft selten – und das bei den unterschiedlichsten Canon Objektiven (normal wie auch L Versionen). Aus Unterhaltungen mit 5D Mark II Nutzern weiß ich, das die Cam ähnliche Probleme hat. Wundert mich aber nicht, soll sie doch (unverständlicherweise) das gleiche AF Modul wie die Mark I haben.
  • Serienbildgeschwindigkeit : 3  Bilder / Sekunde sind nicht die Welt und grad wenn eine schnelle Bildfolge von Nöten ist (bei mir z.B. Tierfotografie oder Hochzeiten – Brautstraußwerfen) darf und sollte es ruhig mehr sein. Von Sportfotografie (was ich selber aber eigentlich nicht mache) mal ganz abgesehen.
  • Keine Sensorreinigung : Gut, hatte meine Nikon D200 auch nicht aber die hat auch den Staub nicht so extrem angezogen. Regelmässig den Spiegelkasten ausblasen (z.B. mit einer talkumfreie Klistierspritze aus der Apotheke) ist hier angesagt.
  • Kein Gitter im Sucher : Erschwert das “gerade” Fotografieren, grad wenn es schnell gehen muss und man nicht die Zeit hat, das zu kontrollieren. Klar, im Nachhinein kann ich das Foto per Software begradigen, aber dann gehen auch Pixel flöten.
    Es sei aber auch drauf hingewiesen, das sich durch den Austausch der Mattscheibe dieses Manko beheben lässt.
  • kein abgedichteter Body : Ich pflege mein Equipment und achte immer drauf, das es sinngemäß zum Einsatz kommt. Während ich mit der Nikon D200 draußen im Regen rumgerannt bin (da abgedichtetes Gehäuse) verkneife ich mir diese Schlecht-Wetter-Einsätze mit der 5D. Mag sein, das sie auch leichten Regen / Spritzwasser abweist, ich will es aber nicht drauf anlegen.
  • Nur EF Objektive nutzbar : Kein wirklicher Nachteil, denn der EF Objektivpark (erkennbar am roten Punkt am Bajonett) ist wirklich breit gefächert und das in allen Preisregionen, aber unter den EF-S (Canon Objektive für APS-C Kameras wie 10D – 60D, 7D, 300D-550D, erkennbar am weißen Punkt am Bajonett) sind auch einige Schätzchen dabei, viele davon mit Bildstabilisator zu richtig guten Konditionen. Während EF-S Objektive nicht an einer VF oder APS-H passen haben Besitzer von APS-C Bodys bessere Karten, denn dort passen EF wie auch EF-S Objektive (danke Michael für die Aufklärung 😉 )
    APS-C gerechnete Objektive von Drittherstellern passen zwar, zeigen aber deutliche Abschattungen wenn nicht kompl. angedunkelte Bildbereiche.

Das Display wird in Foren oft als zu klein dargestellt. Ok, verglichen mit den 3″ Screens sicherlich richtig, aber  ich persönlich kann das als Nachteil nicht nachvollziehen, denn auf dem 2,5″ Screen lassen sich Schärfe wie auch andere Sachen gut betrachten und bewerten. Für mich also kein Nachteil.

All diese Nachteile hatten einen erheblichen Einfluß auf die Wahl meines  Zweitbodys, den ich in den nächsten Tagen hier genauer vorstellen werde.

16 Gedanken zu „Canon EOS 5D – Die Nachteile

  1. Danke für diesen Testbericht, ich bin gerade auch dabei mich für ein neues Modell zu entscheiden die 5 D kam zwar nicht in die engere Auswahl aber es ist dennoch sehr hilfreich

    LG. Yvonne

  2. Witzigerweise habe ich mich erst vor einigen Tagen mit einem Kumpel über die 5DII unterhalten (welche als Referenzmodell unter den V-Dslr-Kameras dasteht). Er meinte auch das m.u. der Spiegel am Objektiv anschlägt – er selbst nutzt die 7D, dort ist es ähnlich. Die meisten Objektive bereiten aber keinerlei Probleme.

    Das mit der Gitterlinie finde ich – angesichts der Kameraklasse und des Preises – wirklich frech, genauso das die L-Objektive ohne Gegenlichtblende ausgeliefert werden! Probleme mit den AF-Feldern kenne ich von der D80/90/300, dort ist es aber aufgrund der mangelnden Kreuzsensoren im Randbereich, die Kamera pumpt ab und an auch in die Unschärfe wenn sie zu wenig Kontrast zum fokussieren hat.

    Ein abgedichteter Body bringt dir nicht viel, wenn deine Linsen dies nicht sind. 😉 Bei Canon finde ich das senkrecht angebrachte Blendenrad unsinnig – da dringt viel schneller Wasser ein, denke ich.

    Aber das ist auch alles Meckern auf hohem Niveau, die meisten Nutzer werden das garnicht bemerken, und trotzdem schöne Bilder machen. 🙂

    • Hallo Hannes,
      Probleme gibt es aber nur mit EF-S Objektiven, aber die sind ja auch nicht von Canon für VF und APS-H freigegeben. Ich kenne kein EF Objektiv, das an der 5D Probleme macht. Aber da die EF-S eh für APS-C gerechnet sind gibt es zT deutliche Vignetten oder noch schlimmer dunkle Bereiche.
      Also meines Wissens ist.

      Was die Ls betrifft, ne Stativschelle (z.B. 70-200) musst auch extra kaufen. Sigma und Tamron und Nikon zeigen da wie es geht. Achja, es gibt auch viele L´s die mit GeLi ausgeliefert werden. Das 70-200 f4 IS z.B. Vielleicht setzt Canon ja ne Grenze bei 700€ oder so 😉

      Thema Blendenrad : Gute Frage, aber ich habe auch schon von Leuten gelesen, die die 5D bei jedem Wetter mit draussen haben – ohne Probleme

      Und wie du schon sagtest : Hohes Niveau – ich würde die 5D (sofern man mit den Einschränkungen leben kann) immer wieder empfehlen. Nach wie vor die beste BQ für <1000€. Vielleicht gibts Konkurrenz im gleichen Preissegment mit dem Erscheinen der D4 und der D800 😉

      • Sorry, aber jetzt schreibt Ihr beide ziemlichen Blödsinn.

        EF-S-Objektive passen GAR NICHT auf die 5D. Das Bajonett ist AUCH NICHT kompatibel (im Ggs. zu den Fremdherstellerobjektiven, die Du wohl meinst).
        Das der Spiegel also anschlägt ist ausgemachter Blödsinn, außer man hat an den Bajonetten rumgefeilt. Die 7D ist eine APS-C-Kamera, da kann das also schon GAR NICHT vorkommen.

        Bei ALLEN Ls wird die Gegenlichtblende mitgeliefert, bei einigen auch Stativschellen (z.B. dem 70-200 f2.8) oder Taschen.

        Die vorderen Räder sind bei allen Canons gleich und ich kenne bisher keinen einzigen, der damit Probleme bei Regen hatte. Ehrlich gesagt kenne ich überhaupt keinen, der mit IRGENDEINER Canon bei Regen Probleme hatte. Meine Kollegin war auch mit einer 350D an nem Wasserfall, wurde gut geduscht und die Kamera hatte nix.
        Die meisten übertreiben es bei der “Vorsicht” mit ihrem ARBEITSGERÄT.

        Der AF der äußeren Felder der 5D sind großer Schrott, was den Vergleich D80/90/300 angeht haben nicht nur die sondern eben auch die 5D keine Kreuzsensoren im Außenbereich.

      • Danke für die Hinweise, werde es korrigieren. Ein Kollege hatte die Probleme mit dem Spiegel bei manuellen, adaptierten Objektiven.

        Und zu den Stativschellen : Die könnte man auch generell mit beilegen genau wie die GeLi bei den “kleinen” EF Objektiven – Nikon schafft es ja auch (z.B. das kleine günstige 35mm 1.8)

  3. Also sind die EF-S == DX wie bei Nikon? Da wundern mich die Probleme dennoch, denn das Objektiv ist zwar für APS gerechnet, aber das hat ja mit dem Sucher bzw. den AF-Feldern nicht viel zutun – könnte mir höchstens vorstellen das durch den kleineren Bildkreis die AF-Felder nicht mehr genug Kontrast/Licht bekommen. Aber das ist reine Vermutung.

    Ja, das mit den Stativschellen ist auch so ne Sache. Auf der einen Seite wird mit einem etwas besseren Preis ggü. Nikon “geworben”, andererseits gleicht sich das wieder durch den Kauf diverser Halterungen/Gelis aus. 🙂

    Also Nikon wird die akt. D700 nicht unter 1000€ anbieten können, die Preis/Leistung ist einfach gegeben, und wird gerne bezahlt. 🙂 Ich beobachte mit Spannung die Entwicklungen in Richtung D800 – digitales Kleinbild wird kommen, und im Gegenzug analoges Mittelformat. 😀

    gruß Hannes

    • Genau, EF-S = DX.
      Die Objektive haben aber nix mit dem AF zu tun, der ist an den äußeren Feldern generell schwach (auch mit teuren L´s)

      Naja, der Preis relativiert sich nicht unbedingt. Nimm mal das 70-200 f4 (ohne IS) – bei Nikon musst du für die gleiche Brennweite und Schärfe (bei Offenblende) einige Hunderter mehr auf die Theke legen. Und bis vor kurzem hatte Nikon schlicht keine Alternative zum 24-105mm f4 L (was aber nun Vergangenheit ist).

      Ich meinte auch die Gebrauchtpreise, die werden fallen. Die 5D hat ja mittlerweile auch ein paar Jährchen auf dem Buckel, hält sich aber bei 800-900€

      Analog ist mal gar nicht meine Welt – dauert alles viel zu lange. Ich denke ich bin einfach zu hektisch für Filme + Entwicklung etc 😉

      • Eine originale Geli sowie Stativschelle kostet bei Canon aber auch dreistellig – aber auch bei Sigma und Co sind diese nicht günstig.

        Ach – Analog ist was feines, es entschleunigt. Mittelformat ist nochmal eine Sache für sich, gerade Portrait und Menschenfotografie ist vollkommen anders – reizt mich. 🙂

  4. Hey Daniel,

    also ich find deinen Artikel etwas seltsam.
    Du vergleichst eine Kamera aus dem Jahre 2005 nach Standards aus dem Jahre 2010/11.

    Sensorreinigung hatte zu dem Zeitpunkt keine Kamera. Abgedichteten Body gabs damals auch nur in der 1er Serie und bringt auch nur was, wenn deine Objektive abgedichtet sind. Gitter im Sucher gab es ebenfalls noch nie in einer Canon Kamera. 😉

    Das die Kamera nur 3B/s macht, weiß man ja vor dem Kauf beim Blick auf das Datenblatt. Wer sich eine 5D kauft und damit hauptsächlich Sportfotos machen will, hat sich schlicht und ergreifend nicht informiert.

    Nur EF Objektive nutzbar. Hmm auch das steht auf jedem Datenblatt und wie du schon sagtest, ist das nicht wirklich ein Nachteil.

    Zum Abgedichteten Body kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen und dir sagen, dass du dir darüber keine Sorgen machen musst. Bis dort Wasser eindringt, fotografierst du bestimmt eh nicht mehr im Regen, weils einfach ungemütlich wird. 😉

    Das Einzige wirkliche Manko sehe ich auch im Autofokus. Nach 4 Jahren habe ich aber ganz gut gelernt damit umzugehen. Der Autofokus der 5D2 ist aber in der Tat ein wenig besser. Sicher auch nicht der Beste, aber immerhin.

    Grüße,
    Sebastian

    PS: hier mein Blog http://blog.sebastiankubatz.de

    • Es sollte ja auch kein anprangern der 5D sein (und auch kein direkter Vergleich) sondern einfach nur eine Aufzählung der Nachteile. In wie weit die gewichtig sind muss jeder selber entscheiden. Ich für meinen Fall habe durch meinen Zweitbody nun fast alles (außer EF-S) kompensieren können.

      Mir waren die “Nachteile” auch alle vor dem Kauf bekannt

  5. Finde den Artikel nicht merkwürdig, denke es hilft vielleicht dem ein oder anderem 5D-Interessenten. Preistechnisch ist es ein wirklich guter Einstieg in den Kleinbildbereich.

  6. Die Canon 5D classic ist für mich ziemlich genial.
    “Langsame ” Bildfolge von 3 Bildern pro Sekunde war für mich vor 10 Jahren gleich unwichtig wie heute, hätte sie auch mit 1 Bild / Sekunde gekauft. Genaugenommen habe ich inzwischen zwei solche Bodys 🙂

    Die alte 5D ist wegen ihres günstigen Preises für Kleinbildformate und des guten Suchers sehr beliebt bei Nutzern alter manueller Objektive – und dort kann es halt vorkommen das die Rücklinse zu weit in den Spiegelkasten ragt.
    Das hatte ich mit meinem umgebauten Minolta Rokkor 58/1.2 und Rokkor 35/1.8 und Canon FD 85/1.2L auch. Und paar M42 Optiken machen mir da auch Sorgen. Manche schleifen dann den Spiegel der 5D etwas an, um noch ein paar andere Optiken nutzen zu können – kommt bei mir vielleicht auch noch.

  7. Ich finde den Bericht schon recht hilfreich für jemanden, der sich eine 5D zulegen möchte.
    Ich selbst besitze ebenfalls eine EOS 5D, weil ich nach langer Zeit mit den Cropkameras endlich wieder das Vollformat nutzen wollte.Mit den beschriebenen Nachteilen – die für mich nicht unbedingt Nachteile sind – kann ich gut leben. Für meine fotografischen Zwecke ist sie genau richtig. Für die Sportfotografie habe ich mir daneben noch eine schnelle 50D Cropkamera zugelegt – beide arbeiten ideal (für mich) zusammen.

    Was den AF bei der 5D angeht: ich nutze ausschliesslich den mittleren AF-Sensor. Irgendwie hat sich das mal so ergeben. Anvisieren, speichern, Ausschnitt bestimmen. Das funktioniert bei mir recht schnell.

  8. Ich kann Daniel in allem zustimmen was er schreibt. Die Nachteile sind gut aufgezählt und auch so ziemlich komplett. Viele vergessen allerdings auch die Vorteile der 5D. Durch die großen Pixel (nur 12MP auf FullFrame) ist der T-Stop und damit die LowLight Empfindlichkeit unerreicht. Die ISO hört zwar bei 1600 auf, was heutige Kameras mit höheren ISOs toppen können, aber bis zu dieser ISO-Zahl ist die 5D absolut auf der Höhe von 2013. Die reale Schärfe und Auflösung ist gegenüber einer 24MP Kamera nicht viel schlechter, erstens weil die meisten Linsen nur so an die 11MP bis 12MP auflösen und zweitens weil das Diffractionlimit der 5D höher ist als bei neueren Kameras. Eine 5D z.b. auf Blende 11 abzublenden bringt zusätzliche Schärfe, bei ner 5DM2 oder 60D nicht mehr (wenn die Linse nicht vorher abfällt). Gerademal einige L-Linsen schaffen noch ein paar MP mehr, allersdings keine >16MP. Kamerahersteller verbergen das gerne, man soll ja die neuen Mark 2+3 kaufen. Schaut mal bei dxomark.com vorbei 😉 So ist es weiterhin eine Tatsache daß keine Linse eine D800 “bedienen” kann.

    Der Vorteil sind weiterhin die “kleinen” RAWs, welche den Workflow durchaus schneller machen (bei der Nikon D700 ähnlich).

    Die 5D ist m.E. immernoch eine der besten Kameras welche überhaupt verfügbar sind, wenn, und das ist wichtig, man die neuen Features nicht benötigt welche die letzen Jahre hinzugekommen sind. Liveview, Linsenkorrekturen, Sensorreinigung, HDR, Video etc…. feine Sachen die kaufentscheidend sein können.

    Ingesamt ist die 5D ein Werkzeug für Fotografen. Wer mehr machen will könnte enttäuscht werden. Wer jedoch Fotos macht mit etwas Muse, der wird TopClass bedient.

    • So ist es Markus,

      deshalb habe ich mir die 5D vor 2 Wochen gebraucht gekauft. Diese hatte nur ca. 7000 Auslösungen, was für solch eine Kamera sehr wenig ist. Für schnelle Aufnahmen nehme ich meine 50D, aber wie Du sagst, für Zeit und Museaufnahmen ist die Kamera ideal in Verbindung mit 24-70, 2.8 und 70-200, 2.8 (auch gebraucht für eine guten Preis gekauft).

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